Abschlussgedanken


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Das war es also: seit kurz vor Mitternacht bin ich mit den Jungs wieder in Etting angekommen. Damit endet das am 17. Juli 2026 begonnene Abenteuer. Mit diesem Eintrag wird auch das Blog zunächst enden.

Meine Gedanken schwirren noch wie loses Schüttgut in meinem Kopf herum. Ein wenig davon möchte ich hier dokumentieren.

Das bringt mich gleich zu diesem Medium: nochmal tausend Dank an den Erstgeborenen, der mir die Technik eingerichtet und sich um das Design gekümmert hat. Vielen Dank ebenso an den Schwager, der dabei unterstützt hat. Und genauso herzlichen Dank an alle Kommentar-Schreiber_innen, die sich alle an meine Bitte gehalten haben. Mir ist bewusst, dass das ganze hier völlig senderorientiert ist. Ein bisschen so, als würde ich mich in die Fußgängerzone stellen und drauf los reden. Wer stehen bleiben und zuhören mag bleibt stehen, alle anderen gehen halt weiter. Also auch bei diesem Eintrag: wer Bock hat, weiterlesen, wer nicht, Fenster schließen.

Mir hat es Freude bereitet, sowohl während der Tour als auch nach dem Abbruch. Da hatte ich sogar mehr Zeit, mich um Rahmendetails zu kümmern. Wenn ich das Projekt wieder in Angriff nehme (nicht falls!) werde ich sehr wahrscheinlich wieder auf dieses Medium zurückgreifen.

Noch ein paar Outtakes: während der Fahrt habe ich auch Fotos gemacht, zu denen mir direkt eine Geschichte im Blog eingefallen ist. Allerdings habe ich durch die kleinen Bildschirme unterwegs das jeweilige Motiv gar nicht mehr erkannt und den in meinem Kopf befindlichen Text schlicht vergessen. Und das ein oder andere Foto schien mir dann an dem jeweiligen Tag doch eins zu viel.

Das Detail, auf das ich mich beziehe, ist am Horizont recht mittig im Bild, aufgenommen am ersten Tag.

Hierzu wollte ich ein Rätsel aufgeben: in welchem Lied der Biermösl Blosn kommt ein Ingenieur des abgebildeten Energie-Betriebs vor und wo spielt es. Dann mal los, Lösungsvorschläge in den Kommentaren.

Hier befindet sich das betreffende Detail (zwei davon) links neben dem Radweg, aufgenommen am dritten Tag.

In meiner gefühlten Wahrnehmung sind hier zwei riesige Störche direkt vor mir abgehoben. Da man mit der Kamera nicht zoomen kann, sind die beiden Vögel nur bei Vergrößerung des Fotos zu erkennen, nicht aber auf dem Smartphone-Bildschirm, zumindest nicht für mich (erneut: kein Kommentar, Herr Zweitgeborener!).

Noch zwei Fotos aus dem ersten Hotel in Frankreich, Montbéliard, das wohl schon vor einer ganzen Weile erbaut wurde:

Der mondäne Frühstrücksraum.
Der etwas ungewohnte Hinweis im Badezimmer. Beides an Etappentag vier.
Foto von der Citadelle an Tag fünf.

Links vom Fluss bin ich die letzten Meter nach Besançon geradelt.

Ein Foto vom vergangenen Dienstag, als wir uns den Sonnenuntergang angesehen haben (dazu bitte einfach nach rechts hinten gucken). Blick auf die Sierra (Gebirge) de Guadarrama. Dahinter geht es nach Madrid.

Mitnehmsel und -bringsel aus Spanien:

Meeresfrüchte-Tapas aus der Dose, in der Vielfalt hier schwerer zu bekommen.
Ein tönerner Tortilla-Wender aus Sepúlveda.
Habe ich so zwar noch in keinem Haushalt der Familie gesehen (die nehmen halt wie ich bisher einen großen Teller). Ist aber bestimmt total sinnvoll und wird bereits übermorgen eingesetzt.

Noch eine Anmerkung zu den immer wieder erwähnten Süßspeisen: offensichtlich gehöre ich zu den Menschen, die damit viel anfangen können. Dass ich vergessen habe, die Pasteles in Spanien zu fotografieren hat ganz sicher auch einen Grund, der bis in meine Kindheit zurückreicht: die sehen toll aus, sind aber wie ich finde total langweilig. Irgendeine Teigmasse mit irgendeiner Creme drauf oder drin. Das Ganze sieht zwar superlecker aussieht, aber jeder Biss hinein stellt eine kleine Enttäuschung dar. Aber bitte: unbedingt trotzdem probieren und eigene Meinung bilden! Den Ponche Segiovano kann ich aber auf alle Fälle empfehlen (so sehr, dass ich ein zweites mal verlinke).

Und völlig vergessen: El Olmillo heißt übersetzt „Das Ülmchen“, also die kleine Ulme. Was bedeutet dann wohl der nahegelegene Ort El Olmo, na?

Wie oben erwähnt: es hat mir großen Spaß gemacht, zu bloggen. Und es hat mich unterwegs auch nicht beeinträchtigt oder gestresst. Eine Weiterführung ohne konkreten Anlass kann ich mir allerdings nicht vorstellen, ich für mich brauche einen konkreten Anlass zum Schreiben. Zum Beispiel einen zweiten Versuch, in welcher Form auch immer. Daher auch heute der letzte Eintrag.

Und ganz ehrlich: so ein Dreck, dass die Reise nach einem Drittel enden musste. Sowohl beim Schreiben als auch dann bei der Rückfahrt von El Olmillo bin ich zu dem Entschluss gekommen, es auf alle Fälle nochmal zu versuchen. In welcher Form auch immer. Vielleicht einfach dort weitermachen, wo’s mich zerlegt hat, also in Chagny und dann weiter bis zumindest Bordeaux. Oder von Bordeaux nach El Olmillo. Einen Teil der Strecke kann ich mir auch als Familienurlaub vorstellen, Donaueschingen nach Etting zum Beispiel. Weil’s dort, wo ich vorbei gekommen bin, ob mit Rad oder Zug, einfach unglaublich schön war. Und dort, wo ich nicht vorbei gekommen bin, nach den Bildern auf Komoot und meinen Eindrücken vom Auto aus, eben auch unglaublich schön zu sein scheint. Und ich bei unserem Aufenthalt in und um El Olmillo wieder das Gefühl hatte, dass ein Erradeln der Gegend einfach eine supertolle Sache wäre.

Was bleibt von der ganzen Geschichte?
– neue, spannende Erfahrungswerte
– gerade Frankreich von einer ganz anderen Seite kennengelernt
– wunderschöne Familienmomente
– eine großartige körperliche Fitness durch für mich neue Trainingsmethoden
– Trauer und Ärger, dass ich abbrechen musste
– das Erlernen des Umgangs mit einem neuem Medium
– die Erkenntnis, dass ich in der Lage bin, so ein Projekt zu stemmen, aber eben nicht alles (ein-)planen kann
– Equipment, das ich vorher nicht hatte; das ich zu nutzen gelernt habe und weiterhin nutzen werde (u.a. Navi, Kamera)
– supergeiles Gravelbike
– eine Idee, wie ich die Reise beim nächsten mal anpacken könnte (eben mit Begleitung und Fokus auf ein paar Punkte, die ich diesmal zu wenig priorisiert habe, wie Unterkunftsauswahl und Zugalternativen)

Das war’s soweit. Was hat Euch gut gefallen hier, was geht Euch durch den Kopf? Noch Fragen? Gerne die Kommentarfunktion nutzen.

Bis zur Fortführung alles Gute und eine schöne Zeit!

Kommentare

Bitte seid hier nett zu zueinander und zu mir. Auf dem Weg nach Spanien möchte ich gern positive Erlebnisse haben, wenn ich in die Kommentare schaue.

8 Kommentare zu „Abschlussgedanken“

  1. Avatar von Corsa
    Corsa

    Ich habe Sie sehr gerne „begleitet“. Respekt für dieses Vorhaben und die Dokumentation.
    Ich spiele schon länger mit dem Gedanken des Radwanderns, kann mir aber nach wie vor eine solch lange Strecke nicht vorstellen. Ich könnte klein bzw. kürzer anfangen, aber anfangen. Ich weiß 😉
    Danke auch für die Eindrücke aus Spanien.

    1. Avatar von Daniél

      Hallo Corsa, letztlich ist mir die lange Tour ja auch nicht gelungen. Wahrscheinlich wird die nächste Reise eine an der Donau entlang mit wenigen 100 Kilometern, auch als Einstieg für weitere Familienmitglieder.
      LG und alles Gute!

  2. Avatar von Karin
    Karin

    Da ich selbst gesundheitlich nicht mehr so fit bin, war ich mit großer Freude bei der großen Tour de Europe dabei. Das Lesen, die Bilder, die persönlichen Gedanken und Eindrücke, es war eine Freude! Vielen Dank fürs mitnehmen und alles Gute fürs nächste Jahr!

    1. Avatar von Daniél

      Vielen Dank Karin!

  3. Avatar von Marika
    Marika

    Also, ich bleibe beim für mich eindrücklichen Bild des Senders in der Fußgängerzone:

    das hier war für mich so, wie wenn ich auf der Straße beim Bummeln oder auf einer Party stehen oder am Tisch sitzen bleibe, wenn mir jemand sympathisch ist mit dem was und wie er oder sie etwas erzählt. Hier halt mit alle paar Tage vorbeischauen und die Einträge lesen.

    Durch Bilder und Text kommt ja ganz viel rüber. Ich hab mich gefreut über die Warmherzigkeit und Freude an den Menschen und den Dingen, die nach meiner Wahrnehmung aus den Bildern und dem Text spricht. Ich hab geschmunzelt über die Kuchenbilder, hab die Fotos und Karten von der Reise und deine (ich hoffe, duzen ist ok) Gedanken und Reflexionen dazu genossen, weil ich Menschen und Länder und Sprachen und unterwegs sein mag.

    Kurzum: vielen herzlichen Dank fürs Teilhaben lassen!

    1. Avatar von Daniél

      Hallo Marika, vielen Dank für dein Feedback! Gerne per du. GLG Daniél

  4. Avatar von PaulineM
    PaulineM

    Schön war’s, bin täglich gern ein Stück mitgekommen. Mit 74 Jahren werde ich vermutlich selbst keine solche Reise mehr machen. Aber mir gefällt die Einstellung, wenn du wirklich etwas möchtest, dann fang an und trau dich.
    LG Pauline

  5. Avatar von Vinni

    Vielen Dank für die Berichte, ich hab gerne mitgelesen. Radfahren ist nicht so meins, aber Reiseberichte sind immer super. Ein paar Ecken kenne ich auch, das Foto oben von Besancon hab ich auch ohne Text erkannt 😉

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