Autor: Daniél

  • Abschlussgedanken

    Das war es also: seit kurz vor Mitternacht bin ich mit den Jungs wieder in Etting angekommen. Damit endet das am 17. Juli 2026 begonnene Abenteuer. Mit diesem Eintrag wird auch das Blog zunächst enden.

    Meine Gedanken schwirren noch wie loses Schüttgut in meinem Kopf herum. Ein wenig davon möchte ich hier dokumentieren.

    Das bringt mich gleich zu diesem Medium: nochmal tausend Dank an den Erstgeborenen, der mir die Technik eingerichtet und sich um das Design gekümmert hat. Vielen Dank ebenso an den Schwager, der dabei unterstützt hat. Und genauso herzlichen Dank an alle Kommentar-Schreiber_innen, die sich alle an meine Bitte gehalten haben. Mir ist bewusst, dass das ganze hier völlig senderorientiert ist. Ein bisschen so, als würde ich mich in die Fußgängerzone stellen und drauf los reden. Wer stehen bleiben und zuhören mag bleibt stehen, alle anderen gehen halt weiter. Also auch bei diesem Eintrag: wer Bock hat, weiterlesen, wer nicht, Fenster schließen.

    Mir hat es Freude bereitet, sowohl während der Tour als auch nach dem Abbruch. Da hatte ich sogar mehr Zeit, mich um Rahmendetails zu kümmern. Wenn ich das Projekt wieder in Angriff nehme (nicht falls!) werde ich sehr wahrscheinlich wieder auf dieses Medium zurückgreifen.

    Noch ein paar Outtakes: während der Fahrt habe ich auch Fotos gemacht, zu denen mir direkt eine Geschichte im Blog eingefallen ist. Allerdings habe ich durch die kleinen Bildschirme unterwegs das jeweilige Motiv gar nicht mehr erkannt und den in meinem Kopf befindlichen Text schlicht vergessen. Und das ein oder andere Foto schien mir dann an dem jeweiligen Tag doch eins zu viel.

    Das Detail, auf das ich mich beziehe, ist am Horizont recht mittig im Bild, aufgenommen am ersten Tag.

    Hierzu wollte ich ein Rätsel aufgeben: in welchem Lied der Biermösl Blosn kommt ein Ingenieur des abgebildeten Energie-Betriebs vor und wo spielt es. Dann mal los, Lösungsvorschläge in den Kommentaren.

    Hier befindet sich das betreffende Detail (zwei davon) links neben dem Radweg, aufgenommen am dritten Tag.

    In meiner gefühlten Wahrnehmung sind hier zwei riesige Störche direkt vor mir abgehoben. Da man mit der Kamera nicht zoomen kann, sind die beiden Vögel nur bei Vergrößerung des Fotos zu erkennen, nicht aber auf dem Smartphone-Bildschirm, zumindest nicht für mich (erneut: kein Kommentar, Herr Zweitgeborener!).

    Noch zwei Fotos aus dem ersten Hotel in Frankreich, Montbéliard, das wohl schon vor einer ganzen Weile erbaut wurde:

    Der mondäne Frühstrücksraum.
    Der etwas ungewohnte Hinweis im Badezimmer. Beides an Etappentag vier.
    Foto von der Citadelle an Tag fünf.

    Links vom Fluss bin ich die letzten Meter nach Besançon geradelt.

    Ein Foto vom vergangenen Dienstag, als wir uns den Sonnenuntergang angesehen haben (dazu bitte einfach nach rechts hinten gucken). Blick auf die Sierra (Gebirge) de Guadarrama. Dahinter geht es nach Madrid.

    Mitnehmsel und -bringsel aus Spanien:

    Meeresfrüchte-Tapas aus der Dose, in der Vielfalt hier schwerer zu bekommen.
    Ein tönerner Tortilla-Wender aus Sepúlveda.
    Habe ich so zwar noch in keinem Haushalt der Familie gesehen (die nehmen halt wie ich bisher einen großen Teller). Ist aber bestimmt total sinnvoll und wird bereits übermorgen eingesetzt.

    Noch eine Anmerkung zu den immer wieder erwähnten Süßspeisen: offensichtlich gehöre ich zu den Menschen, die damit viel anfangen können. Dass ich vergessen habe, die Pasteles in Spanien zu fotografieren hat ganz sicher auch einen Grund, der bis in meine Kindheit zurückreicht: die sehen toll aus, sind aber wie ich finde total langweilig. Irgendeine Teigmasse mit irgendeiner Creme drauf oder drin. Das Ganze sieht zwar superlecker aussieht, aber jeder Biss hinein stellt eine kleine Enttäuschung dar. Aber bitte: unbedingt trotzdem probieren und eigene Meinung bilden! Den Ponche Segiovano kann ich aber auf alle Fälle empfehlen (so sehr, dass ich ein zweites mal verlinke).

    Und völlig vergessen: El Olmillo heißt übersetzt „Das Ülmchen“, also die kleine Ulme. Was bedeutet dann wohl der nahegelegene Ort El Olmo, na?

    Wie oben erwähnt: es hat mir großen Spaß gemacht, zu bloggen. Und es hat mich unterwegs auch nicht beeinträchtigt oder gestresst. Eine Weiterführung ohne konkreten Anlass kann ich mir allerdings nicht vorstellen, ich für mich brauche einen konkreten Anlass zum Schreiben. Zum Beispiel einen zweiten Versuch, in welcher Form auch immer. Daher auch heute der letzte Eintrag.

    Und ganz ehrlich: so ein Dreck, dass die Reise nach einem Drittel enden musste. Sowohl beim Schreiben als auch dann bei der Rückfahrt von El Olmillo bin ich zu dem Entschluss gekommen, es auf alle Fälle nochmal zu versuchen. In welcher Form auch immer. Vielleicht einfach dort weitermachen, wo’s mich zerlegt hat, also in Chagny und dann weiter bis zumindest Bordeaux. Oder von Bordeaux nach El Olmillo. Einen Teil der Strecke kann ich mir auch als Familienurlaub vorstellen, Donaueschingen nach Etting zum Beispiel. Weil’s dort, wo ich vorbei gekommen bin, ob mit Rad oder Zug, einfach unglaublich schön war. Und dort, wo ich nicht vorbei gekommen bin, nach den Bildern auf Komoot und meinen Eindrücken vom Auto aus, eben auch unglaublich schön zu sein scheint. Und ich bei unserem Aufenthalt in und um El Olmillo wieder das Gefühl hatte, dass ein Erradeln der Gegend einfach eine supertolle Sache wäre.

    Was bleibt von der ganzen Geschichte?
    – neue, spannende Erfahrungswerte
    – gerade Frankreich von einer ganz anderen Seite kennengelernt
    – wunderschöne Familienmomente
    – eine großartige körperliche Fitness durch für mich neue Trainingsmethoden
    – Trauer und Ärger, dass ich abbrechen musste
    – das Erlernen des Umgangs mit einem neuem Medium
    – die Erkenntnis, dass ich in der Lage bin, so ein Projekt zu stemmen, aber eben nicht alles (ein-)planen kann
    – Equipment, das ich vorher nicht hatte; das ich zu nutzen gelernt habe und weiterhin nutzen werde (u.a. Navi, Kamera)
    – supergeiles Gravelbike
    – eine Idee, wie ich die Reise beim nächsten mal anpacken könnte (eben mit Begleitung und Fokus auf ein paar Punkte, die ich diesmal zu wenig priorisiert habe, wie Unterkunftsauswahl und Zugalternativen)

    Das war’s soweit. Was hat Euch gut gefallen hier, was geht Euch durch den Kopf? Noch Fragen? Gerne die Kommentarfunktion nutzen.

    Bis zur Fortführung alles Gute und eine schöne Zeit!

  • Rückreisetag

    Gestern noch das Innenleben eines der traditionellen Häuser im Ort fotografieren können:

    Heute noch vor sechs aufgestanden. So viel später die Sonne untergeht, so viel mehr Zeit lässt sie sich mit dem Aufgehen:

    In dem Haus haben wir gewohnt, es ist das renovierte Haus der 2006 verstorbenen Urgroßeltern.

    Herzliche Verabschiedung vom wachen Teil der Familie, und los ging’s.

    Auf dem Weg durch Castilla León Sonnenaufgang, Farben. Hochebene genossen.

    Auch noch einen Stier erwischt:

    Die ersten 150 Kilometer konstant über 900 Höhenmeter. Im Baskenland wieder saftig grün, einmal kurz auch den Atlantik gesehen.

    Durch Frankreich immer wieder Schilder von Orten, an denen ich vorbei geradelt wäre bzw. bin. Schade. Eigentlich sollte das Bike ja jetzt im Kofferraum liegen.

    Neue Erfahrung: die Jungs halten nur zum Fahrerwechsel an, gegessen wird während der Fahrt im Auto. So sind wir zu dritt und bei wenig Stau flott unterwegs und wahrscheinlich in weniger als 18 Stunden zu Hause.

    Noch ein bisschen Sonnenfinsternis bei Freiburg (mehr Sonne als Finsternis).

  • Vierter Urlaubstag – komprimiertes Standardprogramm, Abreise-Vorbereitungen, Sonnenuntergang

    Früheres Aufstehen (madrugar), da die Drittgeborene zum Flughafen musste. Also nach dem Frühstück gleich zur Fuente, wo nur ein paar wenige Rentner_innen ihre Morgenroutine erledigten. Wieder superschön (in unserem spanischen Umfeld packt man gerne ein „super“ vor ein Adjektiv zur Steigerung). Zwei Filme mit Wasserplätschern gemacht, vielleicht kann ich die loupen und als Entspannungssound zu Hause nutzen.

    Einige Besucher_innen der Fuente sind mit dem Rad gekommen. Am Sonntag beim Familienbesuch Richtung Madrid und auch hier sind durchaus Menschen mit dem (Renn-)Rad sportelnd unterwegs. Gibt mir hin und wieder schon einen Stich, das wollte ich ja auch machen. Verflixt!

    Um 11:30 Aufbruch zum Flughafen Madrid Barajas (offiziell: Adolfo Suárez, erster demokratisch gewählter Ministerpräsident nach dem Tod Francos), rechtzeitig zum Mittagessen um halb drei wieder in El Olmillo.

    Siesta ausgefallen, weil:
    – Proviant für die Rückreise und bestellte Mitbringsel besorgt werden mussten
    – ein letztes Mal der Frontonplatz nach uns verlangte (großartiger Sport, die Jungs und ich hatten den Court für uns alleine und haben zweieinhalb Stunden mit einem der Cousins auf den Ball eingedroschen).

    Um kurz nach acht Aufbruch zu einer Anhöhe in der Nähe, um den Sonnenuntergang anzusehen (morgen um die Zeit ist hier eine totale Sonnenfinsternis zu bewundern, Eclipse). Unglaublich schöner Ausblick und wunderbare Abendstimmung.

    Die Großeltern stießen auch dazu und genossen den Moment wie wir sichtlich.

    Trotzdem ich ja schon seit meiner Kindheit in der Nähe zu Besuch komme habe ich bei diesem Besuch wieder ganz neue Seiten der Gegend entdecken dürfen.

    Auf dem Heimweg noch die verfallene Kirche um die Ecke angesehen, die weiterhin als Friedhof genutzt wird. Hier sind auch die Urgroßeltern der Familie begraben.

    Schließlich wieder opulent zu Abend gegessen und sich von den ersten Familienmitgliedern mit einem Tränchen im Augenwinkel verabschiedet, morgen geht es gegen sechs zurück nach Etting.

  • Dritter Urlaubstag – Entspannung und Kultur

    Nachdem wir gestern Abend in El Olmillo angekommen waren gab es nochmal Live Musik: zunächst vom Zweitgeborenen, dann mit Unterstützung der Geschwister und bei zwei a capella Stücken durfte ich auch mitwirken. Sehr schöner und entspannter Tagesausklang.

    Genauso entspannt ging es heute weiter.

    Nach gemütlichem Aufstehen und Frühstück wieder zur Fuente de la salud. Durch die sozialen Medien spricht sich der Ort wohl rum als „Naturpool, nur eine gute Autostunde entfernt von Madrid“. Am Vormittag nicht viel los.

    Im letzten Foto kann man gut das grüne Band der Hoces de Duraton (Schlucht des Fluss Duraton), eingebettet in die Landschaft, erkennen. Hier gibt es auch eine große, geschützte Population von Geiern. Deshalb darf man im Frühling während der Brutzeit nur in kleinen Gruppen und nur mit Genehmigung durch die Schlucht wandern.

    Mittagessen bei den örtlichen Großeltern, sehr lecker.

    Hier stehen auch noch die alten landwirtschaftlichen Gebäude, heute werden dort die Hühner und Katzenbabys beherbergt.

    Den Gemüse- und Obstgarten gezeigt bekommen, die Wassermelonen gibt es meist zum Nachtisch.

    Kleine Siesta, dann erste Mitbringsel-Einkäufe im Supermarkt. Noch eine Runde Froton mit dem Erstgeborenen.

    Um 20:00 Uhr haben unsere Cousinen eine Führung in den Lagunen von Cantalejo gebucht. Interessant aufbereitet: ein klassischer Führer, unterstützt und unterbrochen durch eine Dame, die eine historische Person Anfang des 20. Jahrhundert dargestellt hat. Wir haben gelernt, dass eine Vorrichtung zum Trennen von Spreu und Weizen lange hier produziert wurde: ein Trillo. Die Besonderheit: hier wurde das Holz nicht nachträglich gebogen, sondern bereits mit Biegung gesägt. Dadurch war es das Hochwertigste auf dem Markt. Nachdem andere Geräte für diese Tätigkeit entwickelt worden waren, entstand ein neuer Wirtschaftszweig: die Gewinnung des Harz der Pinien. Ein mühsames Handwerk.

    Die auch heute noch verwendeten Werkzeuge.

    Auch dieser Erwerb endlich, da andere Produkte, z.B. basierend auf Erdöl, günstiger wurden. Seit Anfang dieses Jahrhunderts gibt es wieder Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Verwendet wird das Harz für Kosmetikprodukte, zur Abdichtung, als Kleber.

    Ausblick auf die Lagune.

    Torf wurde auch abgebaut. Und Locals kommen im Winter, um Pilze zu sammeln (niscalo = Edelreizger).

    Abendessen in El Olmillo in großer Runde und später als sonst. Erst ab Mitternacht musikalischer Ausklang.

  • Zweiter Urlaubstag – Familienbesuch

    Gestern beim Fronton seit langem mal wieder Schürfwunden zugezogen, habe ein sehr schönes Minions-Pflaster auf den Ellbogen bekommen. Draußen im Innenhof zu Abend gegessen, schöne Unterhaltungen nit den neu Hinzugekommenen, u.a. weitere Cousine aus Segovia dazu. Danach wieder Spaziergang zu den Großeltern im Ort, Gitarrenkonzert vom Zweitgeborenen. Mit „Hallelujah“ und „Nothing else matters“ kamen von den Kindern bis zu den jetzt auch anwesenden Vätern alle gut zurecht.

    Heute etwas früher aufgestanden, weil wir bei einem meiner Cousins mit Familie eingeladen waren, bei dem ich als Teenager einige Sommer verbringen durfte. Dazu erst noch Ponche Segoviano und Pasteles (süße Teilchen, meist mit Creme, leider Foto vergessen) in Sepulveda besorgt. Dort schöne Grüße der Seniorinhaberin für meinen Papa abgeholt. Wenn man hier zum Mittagessen eingeladen wird kümmert man sich als Gast gerne mal um den Nachtisch in Form von Pasteles.

    Besucht haben wir die Familie in einer Siedlung mit Ferienhäusern. Ein Trend aus den 1980ern: in der Nähe z.B. von Madrid entstanden Siedlungen (Urbanizaciones), in denen man sich ein Häuschen für das Wochenende und die heißen Ferien bauen konnte, um der Hitze in der Stadt zu entfliehen. Inkludiert meist Sporteinrichtungen wie Fronton, Fußballplatz etc., ein Klubhaus, Freibad.

    Anfahrt.
    Einfahrt.

    Nach herzlichen Umarmungen erstmal ins Freibad. Ab zwei ausgiebige Mahlzeit: verschiedene Vorspeisen, z.B. Kroketten mit Kurkuma, Kartoffelsalat mit Alioli, Vermut und andere Getränke. Zur Hauptspeise Paella al señoret:

    Danach die mitgebrachten Süßigkeiten und Obst, unter anderem frisch gepflückte Feigen aus dem eigenen Garten.

    Gut unterhalten, über das Befinden der Großeltern ausgetauscht, über weitere Onkels und Cousins gesprochen. Berichten über die drei Katzen gelauscht, auch eine Anekdote über den Kater, der mal ausgebüchst ist und mit Mühe und Verletzungen (für die Menschen) wieder eingefangen wurde.

    Danach den örtlichen Fronton genutzt und nochmal das Freibad besucht.

    Im Hintergrund der Frontonplatz.
    Das Ferienhaus der Familie.

    Auf dem Weg nach El Olmillo die Stadien des Sonnenuntergangs bewundert.

  • Erster Urlaubstag – Neues und Bekanntes

    Gestern nach dem Abendessen noch ein bewegendes Gespräch mit den älteren Cousinen geführt. Danach hat der Zweitgeborene die Gitarre ausgepackt und die Kinderschar (sieben bis zehn Jahre alt) mit ein paar Baladen in den Schlaf gespielt.

    Heute etwas früher aufgestanden, da wir uns eine Ausgrabung in der Nähe mit Führung ansehen durften. Eine verloren geglaubte römische Stadt, die erst Anfang dieses Jahrtausends wieder entdeckt wurde: Confloenta.

    Der Mensch, der die Führung durchgeführt hat, war auch für unser Spanisch-Level ganz gut verständlich. Die Therme ist bereits sehr gut ausgegraben und erforscht:

    Anekedote: das Schwimmbecken war als Infiniti-Pool angelegt und überblickte das darunter gelegene Tal des Duero.

    Man kommt überall gut hin, Infotafeln erläutern den Fundort (ausschließlich Spanisch, den QR-Code habe ich nicht ausprobiert).

    Bei den Ausgrabungen wurde auch eine römische Münze von 302 n.Chr. gefunden. Eine verwendete Technik im Zusammenhang mit den Ausgrabungen: Luftaufnahmen des Gebietes, bevor die Getreidefelder abgeerntet werden. Dort, wo das Getreide weniger gut wächst ist darunter weniger fruchtbarer Boden, sprich Steine der Siedlung. Die Siedlung oder Stadt wurde 95 v.Chr. gegründet und umfasste ca. 70 Hektar in diesem Gebiet.

    Toller Einblick in römische Geschichte und faszinierend, dass es auf dem Gebiet immer noch neue Funde gibt.

    Anschließend mit den Kids Ausflug nach Sepulveda, ein wenig Tongeschirr gekauft (u.a. Wendeteller für Tortilla) und eine Bar für einen Kaffee besucht.

    Heute großes Mittagessen mit einem großen Teil der Familie. Weitere Familienmitglieder sind zum Wochenende dazu gekommen.

    Es gab Paella von einem nahegelegenen Restaurant: einmal mit Meeresfrüchten, einmal vegan. Beides sehr lecker.

    Schöne Gespräche und Anekdoten, Vergleiche zwischen Anwesenden und Vorfahren (mein Papa und ich). Heute auch eine ganz liebe Hündin, Olivia, anwesend.

    Nach der Siesta wieder ab zum Frontennis-Court. Naherholungsgebiet vor Ort mit Spielplatz und eben Fronton.

    Unglaublich, wie sich der Tagesablauf anders anfühlt. Siesta um 17 Uhr beendet, Aufbruch Fronton, und dann ist immer noch ein halber Tag übrig, weil ja erst um 22 Uhr zu Abend gegessen wird. Dadurch wirkt der Tag viel länger.

    Heute hat es sogar leicht geregnet während des Mittagessens. Ganz besonderes Feeling und Gerüche dadurch.

  • Etappe 22 – Espinosa de Cervera nach El Olmillo

    Etappe 22 – Espinosa de Cervera nach El Olmillo

    Die letzte Etappe: 79 Kilometer, 740 Höhenmeter und emotionaler Rückenwind. Schade, dass es dieses Jahr nicht geklappt hat. Die Strecke verläuft einiges östlich der Autobahn, die ich sonst mit dem Auto nutze. Insgesamt recht wellig, das Höhenprofil sieht anstrengend aus, wahrscheinlich wenig Schatten. Bezeichnend: auf komoot zu dieser Etappe nur sehr wenige Fotos. So sieht’s kurz vor El Olmillo aus:

    Die Gegend ist jetzt nicht so wahnsinnig touristisch. Ab Kilometer 36 eigentlich immer oberhalb von 950 Metern über dem Meerespiegel. Wir befinden uns hier auf einer Hochebene, die sich bis zum kastilischen oder auch iberischen Scheidegebirge ausdehnt, das vor Madrid liegt. Der Teil in dieser Ecke heißt Sierra de Guadarama. Da gibt es auch Skilifte, im Sommer kann man sich mit dem Mountainbike vergnügen. Quasi für Madrid das Pendant zu den Alpen für München. Die Altstadt des nahegelegenen Sepúlveda ist nationales Kulturgut.

    Lange ausgeschlafen, nach dem Frühstück zu einem Lieblingsort bei Sepulveda: La fuente de la salud (die Quelle der Gesundheit).

    Zurück nach El Olmillo und Mittagessen um kurz vor drei mit der Großfamilie, unter anderem leckere Hackfleischbällchen (Albondigas).

    Nach kurzer Mittagspause mit kleiner Siesta ab zum Frontennis-Court:

    Da sind wir seit ungefähr halb fünf, nachdem es jetzt um neun immer noch hell genug ist wird munter weiter gespielt. Unterarme und Handgelenke vertragen das bisher recht gut.

    Wenn die Sonne allmählich untergeht, um 10 oder halb elf Abendessen. Die Temperaturen sinken allmählich von 38 Grad auf sehr erträgliche 20, weshalb man hier auch viel besser schlafen kann als im nicht mehr abkühlenden Madrid.

    Die nächsten Tage dann hier im Blog weiter mit den Urlaubserlebnissen.

  • Etappe 21 – Burgos nach Espinosa de Cervera

    Etappe 21 – Burgos nach Espinosa de Cervera

    Rückblick – Dimensionen der Zeit

    Überraschend nur 20 Grad am Vormittag, was ist da los? Mittags aber dann rauf auf mindestens 30 Grad. 77 Kilometer, 990 Höhenmeter (hatte ich bereits erwähnt, dass die hier nicht eben können?), wieder mehr Straße als gestern. Höchster Punkt bei 1.140 Meter über Meeresspiegel, einige knackige Anstiege. Zielort Espinosa de Cervera auf knapp über 1.000 Meter und weniger als 100 Einwohnern. Also pro Einwohner mehr als 10 Höhenmeter. Oder so. Die Hälfte der Strecke durch den Parque Natural Sabinares de Arlanza-La Yecla. Davor am Rio de los Ausines entlang. Viel Bevölkerung hätte ich lt. Karte nicht mitbekommen, dadurch auch kaum Möglichkeit, Vorräte nachzufüllen. Also alles in Burgos besorgen und am Zielort selbst im Hotel darum bitten. Das es in dem kleinen Ort überhaupt ein Hotel gibt hatte mich gewundert. Vielleicht wegen dem Naturpark oder der Aussicht. Es gibt auch einen sog. Camino del Cid, der hier durchgeht, einer der wenigen offiziellen Radwanderwege, die ich im spanischen Teil meiner Tour genutzt hätte. El Cid heißt eigentlich Rodrigo Diaz de Vivar und war ein kastilischer Ritter.

    Und wie treffend, das Hotel heißt La Parada del Cid, bietet sogar einen Indoor-Pool und wäre die zweitteuerste Unterkunft meiner Reise gewesen. Mit Restaurant, hätte ich mir wohl gegönnt (auch mangels Alternative, lt. maps ist da sonst nicht so viel). Zunehmend kargere Landschaft, wie ich es aus Kastilien León gewohnt bin.

    Heute sehr zeitiges Aufstehen, da ich um 4:15 den Airport Express zum Münchner Flughafen nehmen wollte.

    Reibungsloser Flug mit Iberia. Anekdote zum Umbuchen: das Unternehmen duzt einen zum Teil, z.B. in der Hotline, was mich zunächst etwas befremdet hat. Im Laufe des Gesprächs aber schlüssig, dann gleich zurück geduzt, da ich mich tatsächlich an den Namen erinnern konnte. Die Qualitätsabfrage durch die Maschine am Schluss aber wieder per Sie. Auch lustig: die Bewertung sollte ich auf einer Skala von 0 bis 10 auf der Telefon-Tastatur durchführen. In der Kommunikation auf Website und E-Mails Du/Sie-Gemisch.
    Ankunft in Madrid Barajas im vertrauten Farbspektrum:

    Von den Kids abgeholt, Hitze ebenfalls wie gewohnt bereits enorm. Bei Decathlon in der Nähe Bälle und Schläger für Frontennis besorgt. Eine unserer Lieblingssportarten, allerdings nur hier betreibbar (Foto folgt). Weiter nach Madrid, durch die Stadt streifen, bisschen (second hand) Shoppen, vor allem in den Vierteln Chueca und Malasaña.

    Mittagessen in einem leckeren Humus-Restaurant, das die Kids erstmals bei einem Urlaub 2023 zu Ostern entdeckt hatten.

    Anschließend Barber-Besuch durch den Zweitgeborenen, weiteres umherschlendern.

    Die Puerta del Sol, endlich baustellenfrei und als reine Fußgängezone.

    Noch ein Bocadillo mit Calamares (frittierte Calamares-Ringe im Baguette) im Zentrum

    weiter durch die Innenstadt zur Metro.

    Jetzt Fahrt nach El Olmillo, wir schwärmen von den unglaublichen Farben des Landstrichs.

    Dimensionen der Zeit

    Ich habe vier Tage mit dem Fahrrad von Mulhouse nach Chagny benötigt, einen halben Tag mit dem Zug zurück. Drei Tage von Ingolstadt nach Freiburg, ca. sechs Stunden mit dem Auto zurück, trotz Riesenumweg mit Auto im Vergleich zur Fahrradroute. Sechs Stunden mit Taxi. Bus, Flugzeug von Etting nach Madrid Barajas für die Tour, bei der ich 22 Tage eingeplant habe.
    Das Reisetempo mit dem Fahrrad fand ich für den Geist sehr entspannend. Richtungswechsel ganz gemütlich angehen, im Zweifel kurz stehen bleiben, Pause wo auch immer ich wollte. Wie sich wohl die Menschen vor 50, 100, 200 Jahren auf eine so lange Reise vorbereitet haben, wie sie sich unterwegs gefühlt haben? Was waren die Gründe für ihre Reisen? Handel, Pilgern, Abenteuerlust? Auf alle Fälle habe ich das Reisen mit dem Fahrrad viel bewusster wahrgenommen und auch genossen. Wie auch schon die Urlaube mit dem Fahrrad mit Barbara in den letzten beiden Jahren. Das möchte ich zukünftig öfter machen.

  • Etappe 20 – Santo Domingo de la Calzada nach Burgos

    Etappe 20 – Santo Domingo de la Calzada nach Burgos

    Zum Start 20 Grad und bewölkt, Richtung Burgos dann 30 Grad. Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die 50 Provinzen sind eine weitere Unterteilung zu den 17 autonomen Regionen. Auf der Plaza de España in Sevilla (Drehort zu einem der Star Wars Filme) sind alle 50 Provinzen dargestellt mit 2 Mosaiken: eines zur geografischen Lage und eines, das ein typisches Element der Provinz zeigt. Nur mal so.

    Wechsel in die autonome Region Kastilien und Leon, in der auch der Zielort der Gesamtreise liegt. 70 Kilometer mit 850 Höhenmetern. Im Verlauf entlang des Rio Retorto und Rio Oca (Rio = Fluss). Ein Teil des Weges trägt den Namen „Camino de Santiago“. Jetzt wäre das Farbspektrum ins von mir gewohnte gelbliche gewechselt. Abgeerntete Getreidefelder, Sonnenblumen, deutlich weniger Wald als zuletzt im Baskenland, die hellen Fassaden der Kirchen. Und hoppla: die Strecke dann zu mehr als der Hälfte Feldwege lt. komoot. Das wäre in die Handgelenke gegangen (die sich übrigens merklich erholen).

    Bei 630 Metern über dem Meeresspiegel der Start, dann bis auf 1.150 Meter rauf, das alles über die ersten knapp 40 Kilometer. Schätze mal, ich hätte viel geschoben und gerastet. Ab dem höchsten Punkt dann aber wieder fast kontinuierlich bergab bis ins Etappenziel Burgos. Dort wieder ein feineres Hotel, im Zentrum von Burgos. Das Fahrrad hätte ich in einem der Hotel-Büros abstellen dürfen. Auch auf Burgos hatte ich mich besonders gefreut, da dies einer der Orte ist, die auf dem Weg mit dem Auto immer passiert, aber bisher nie besucht wurden.

    Was mir auffällt bei der Recherche zum Blog: es gab in Spanien bisher keine Fernrad-Wanderwege wie in Frankreich, auf denen ich mich bewegt hätte. Tatsächlich gibt es die aber doch, halt nicht unbedingt dort, wo ich fahren wollte (kommt aber noch). Diese Seite gibt eine Zusammenfassung. Von den Vías Verdes (Grüne Wege) hatte ich schon gehört, hier werden ehemalige Eisenbahnstrecken genutzt. Die EuroVelo-Routen sind grenzüberschreitend, in Frankreich war ich da teilweise unterwegs.

    Idee für eine Tour 2.0: bis nach Bordeaux irgendwie mit Gepäck und Fahrrad anreisen (vielleicht Flix-Bus oder privat organisiert), Bordeaux Sight-Seeing, dann mit dem Radl nach El Olmillo. Vielleicht.

    Heute nochmal Check durch die Hausärztin (Flugerlaubnis erteilt), dann kleine Besorgungen in der Stadt. Patisserie hatte noch nicht offen, ich wusste mir aber auch so zu helfen:

    Reisevorbereitungen für den morgigen Flug nach Madrid. Treffen mit den Kids, dann gibt’s auch wieder Bilder von vor Ort.

  • Etappe 19 – Eskoriatza nach Santo Domingo de la Calzada

    Etappe 19 – Eskoriatza nach Santo Domingo de la Calzada

    Aus dem Baskenland raus in die autonome Region La Rioja. Ähnlich wie Deutschland bei den Bundesländern ist Spanien unterteilt in Regierungsgebiete, die insgesamt 17 autonomen Regionen.

    Eckdaten der Etappe: 95 Kilometer mit wahnsinnigen 1.400 Höhenmetern. Die ersten zehn Kilometer gleichmal 350 Höhenmeter, bis zu 13 % Steigung. Wer macht den sowas? Höchster Punkt kurz vor Kilometer 60 bei 940 Höhenmetern, wäre eventuell sogar frisch geworden. Dann knapp 12 Kilometer bergab, um dann die letzten 20 Kilometer wieder leicht rauf zu strampeln. Zu Anfang 22 Grad, am Zielort bereits 32. Keine Zugverbindung, eventuell ein paar Kilometer mit dem Bus überbrückbar. Das würde ich beim nächsten mal überdenken und entweder andere Abschnitte wählen oder gleich eine andere Route.

    Die ersten Kilometer am Fluss Deba entlang, auf dem Weg lag auch die Hauptstadt des Baskenlandes, Vitoria-Gasteiz. Der Weg durch die hügelige Landschaft sieht wieder sehr spannend aus auf den Fotos in komoot, je weiter aus dem Baskenland raus, desto weniger Schatten. Wechsel von kleineren Landstraßen und Radwegen durch die Landschaft. In den Bergen in der Nähe des Zielortes aktuell ein kleiner Brand.

    Im Zielort Santo Domingo de la Calzada war eines meiner Übernachtungshighlights vorgesehen. Erstmals hätte ich in einem Parador genächtigt. Das sind kurz gesagt Hotels in meist historischen Gemäuern, unter anderem Burgen. Es gibt in Spanien insgesamt 98 davon. Ich hätte den Parador de Santo Domingo de la Calzada für eine Nacht bewohnt (in dem Ort gibt es auch eine Kathedrale). Ganz sicher wäre ich auch in das angeschlossene Restaurant gegangen, sofern ich noch einen Platz bekommen hätte. Es gibt sogar Frühstück auf dem Zimmer. Check-In ab 14 Uhr möglich, wie bei fast allen Unterkünften in Spanien.

    Heute Häuslichkeiten und Urlaubsvorbereitung, Telefonat mit den Kids (wg. Urlaub) und mit Barbara (vor 26 Jahren krichliche Trauung). Spanische Brotzeit und Patisserie-Ersatz. Hinweis zum Getränk: Tinto de Verano. Zitronenlimo mit Rotwein, in dem Fall alkoholfrei. Ich empfehle den von Doppio Passo (alkohlfreie Rotweine aus Spanien sind mir bisher kaum über den Weg gelaufen).