Rückblick – Dimensionen der Zeit
Überraschend nur 20 Grad am Vormittag, was ist da los? Mittags aber dann rauf auf mindestens 30 Grad. 77 Kilometer, 990 Höhenmeter (hatte ich bereits erwähnt, dass die hier nicht eben können?), wieder mehr Straße als gestern. Höchster Punkt bei 1.140 Meter über Meeresspiegel, einige knackige Anstiege. Zielort Espinosa de Cervera auf knapp über 1.000 Meter und weniger als 100 Einwohnern. Also pro Einwohner mehr als 10 Höhenmeter. Oder so. Die Hälfte der Strecke durch den Parque Natural Sabinares de Arlanza-La Yecla. Davor am Rio de los Ausines entlang. Viel Bevölkerung hätte ich lt. Karte nicht mitbekommen, dadurch auch kaum Möglichkeit, Vorräte nachzufüllen. Also alles in Burgos besorgen und am Zielort selbst im Hotel darum bitten. Das es in dem kleinen Ort überhaupt ein Hotel gibt hatte mich gewundert. Vielleicht wegen dem Naturpark oder der Aussicht. Es gibt auch einen sog. Camino del Cid, der hier durchgeht, einer der wenigen offiziellen Radwanderwege, die ich im spanischen Teil meiner Tour genutzt hätte. El Cid heißt eigentlich Rodrigo Diaz de Vivar und war ein kastilischer Ritter.
Und wie treffend, das Hotel heißt La Parada del Cid, bietet sogar einen Indoor-Pool und wäre die zweitteuerste Unterkunft meiner Reise gewesen. Mit Restaurant, hätte ich mir wohl gegönnt (auch mangels Alternative, lt. maps ist da sonst nicht so viel). Zunehmend kargere Landschaft, wie ich es aus Kastilien León gewohnt bin.
Heute sehr zeitiges Aufstehen, da ich um 4:15 den Airport Express zum Münchner Flughafen nehmen wollte.

Reibungsloser Flug mit Iberia. Anekdote zum Umbuchen: das Unternehmen duzt einen zum Teil, z.B. in der Hotline, was mich zunächst etwas befremdet hat. Im Laufe des Gesprächs aber schlüssig, dann gleich zurück geduzt, da ich mich tatsächlich an den Namen erinnern konnte. Die Qualitätsabfrage durch die Maschine am Schluss aber wieder per Sie. Auch lustig: die Bewertung sollte ich auf einer Skala von 0 bis 10 auf der Telefon-Tastatur durchführen. In der Kommunikation auf Website und E-Mails Du/Sie-Gemisch.
Ankunft in Madrid Barajas im vertrauten Farbspektrum:

Von den Kids abgeholt, Hitze ebenfalls wie gewohnt bereits enorm. Bei Decathlon in der Nähe Bälle und Schläger für Frontennis besorgt. Eine unserer Lieblingssportarten, allerdings nur hier betreibbar (Foto folgt). Weiter nach Madrid, durch die Stadt streifen, bisschen (second hand) Shoppen, vor allem in den Vierteln Chueca und Malasaña.

Mittagessen in einem leckeren Humus-Restaurant, das die Kids erstmals bei einem Urlaub 2023 zu Ostern entdeckt hatten.

Anschließend Barber-Besuch durch den Zweitgeborenen, weiteres umherschlendern.



Noch ein Bocadillo mit Calamares (frittierte Calamares-Ringe im Baguette) im Zentrum

weiter durch die Innenstadt zur Metro.


Jetzt Fahrt nach El Olmillo, wir schwärmen von den unglaublichen Farben des Landstrichs.

Dimensionen der Zeit
Ich habe vier Tage mit dem Fahrrad von Mulhouse nach Chagny benötigt, einen halben Tag mit dem Zug zurück. Drei Tage von Ingolstadt nach Freiburg, ca. sechs Stunden mit dem Auto zurück, trotz Riesenumweg mit Auto im Vergleich zur Fahrradroute. Sechs Stunden mit Taxi. Bus, Flugzeug von Etting nach Madrid Barajas für die Tour, bei der ich 22 Tage eingeplant habe.
Das Reisetempo mit dem Fahrrad fand ich für den Geist sehr entspannend. Richtungswechsel ganz gemütlich angehen, im Zweifel kurz stehen bleiben, Pause wo auch immer ich wollte. Wie sich wohl die Menschen vor 50, 100, 200 Jahren auf eine so lange Reise vorbereitet haben, wie sie sich unterwegs gefühlt haben? Was waren die Gründe für ihre Reisen? Handel, Pilgern, Abenteuerlust? Auf alle Fälle habe ich das Reisen mit dem Fahrrad viel bewusster wahrgenommen und auch genossen. Wie auch schon die Urlaube mit dem Fahrrad mit Barbara in den letzten beiden Jahren. Das möchte ich zukünftig öfter machen.

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