Kategorie: Reisetag

  • Rückreisetag

    Gestern noch das Innenleben eines der traditionellen Häuser im Ort fotografieren können:

    Heute noch vor sechs aufgestanden. So viel später die Sonne untergeht, so viel mehr Zeit lässt sie sich mit dem Aufgehen:

    In dem Haus haben wir gewohnt, es ist das renovierte Haus der 2006 verstorbenen Urgroßeltern.

    Herzliche Verabschiedung vom wachen Teil der Familie, und los ging’s.

    Auf dem Weg durch Castilla León Sonnenaufgang, Farben. Hochebene genossen.

    Auch noch einen Stier erwischt:

    Die ersten 150 Kilometer konstant über 900 Höhenmeter. Im Baskenland wieder saftig grün, einmal kurz auch den Atlantik gesehen.

    Durch Frankreich immer wieder Schilder von Orten, an denen ich vorbei geradelt wäre bzw. bin. Schade. Eigentlich sollte das Bike ja jetzt im Kofferraum liegen.

    Neue Erfahrung: die Jungs halten nur zum Fahrerwechsel an, gegessen wird während der Fahrt im Auto. So sind wir zu dritt und bei wenig Stau flott unterwegs und wahrscheinlich in weniger als 18 Stunden zu Hause.

    Noch ein bisschen Sonnenfinsternis bei Freiburg (mehr Sonne als Finsternis).

  • Etappe 22 – Espinosa de Cervera nach El Olmillo

    Etappe 22 – Espinosa de Cervera nach El Olmillo

    Die letzte Etappe: 79 Kilometer, 740 Höhenmeter und emotionaler Rückenwind. Schade, dass es dieses Jahr nicht geklappt hat. Die Strecke verläuft einiges östlich der Autobahn, die ich sonst mit dem Auto nutze. Insgesamt recht wellig, das Höhenprofil sieht anstrengend aus, wahrscheinlich wenig Schatten. Bezeichnend: auf komoot zu dieser Etappe nur sehr wenige Fotos. So sieht’s kurz vor El Olmillo aus:

    Die Gegend ist jetzt nicht so wahnsinnig touristisch. Ab Kilometer 36 eigentlich immer oberhalb von 950 Metern über dem Meerespiegel. Wir befinden uns hier auf einer Hochebene, die sich bis zum kastilischen oder auch iberischen Scheidegebirge ausdehnt, das vor Madrid liegt. Der Teil in dieser Ecke heißt Sierra de Guadarama. Da gibt es auch Skilifte, im Sommer kann man sich mit dem Mountainbike vergnügen. Quasi für Madrid das Pendant zu den Alpen für München. Die Altstadt des nahegelegenen Sepúlveda ist nationales Kulturgut.

    Lange ausgeschlafen, nach dem Frühstück zu einem Lieblingsort bei Sepulveda: La fuente de la salud (die Quelle der Gesundheit).

    Zurück nach El Olmillo und Mittagessen um kurz vor drei mit der Großfamilie, unter anderem leckere Hackfleischbällchen (Albondigas).

    Nach kurzer Mittagspause mit kleiner Siesta ab zum Frontennis-Court:

    Da sind wir seit ungefähr halb fünf, nachdem es jetzt um neun immer noch hell genug ist wird munter weiter gespielt. Unterarme und Handgelenke vertragen das bisher recht gut.

    Wenn die Sonne allmählich untergeht, um 10 oder halb elf Abendessen. Die Temperaturen sinken allmählich von 38 Grad auf sehr erträgliche 20, weshalb man hier auch viel besser schlafen kann als im nicht mehr abkühlenden Madrid.

    Die nächsten Tage dann hier im Blog weiter mit den Urlaubserlebnissen.

  • Etappe 21 – Burgos nach Espinosa de Cervera

    Etappe 21 – Burgos nach Espinosa de Cervera

    Rückblick – Dimensionen der Zeit

    Überraschend nur 20 Grad am Vormittag, was ist da los? Mittags aber dann rauf auf mindestens 30 Grad. 77 Kilometer, 990 Höhenmeter (hatte ich bereits erwähnt, dass die hier nicht eben können?), wieder mehr Straße als gestern. Höchster Punkt bei 1.140 Meter über Meeresspiegel, einige knackige Anstiege. Zielort Espinosa de Cervera auf knapp über 1.000 Meter und weniger als 100 Einwohnern. Also pro Einwohner mehr als 10 Höhenmeter. Oder so. Die Hälfte der Strecke durch den Parque Natural Sabinares de Arlanza-La Yecla. Davor am Rio de los Ausines entlang. Viel Bevölkerung hätte ich lt. Karte nicht mitbekommen, dadurch auch kaum Möglichkeit, Vorräte nachzufüllen. Also alles in Burgos besorgen und am Zielort selbst im Hotel darum bitten. Das es in dem kleinen Ort überhaupt ein Hotel gibt hatte mich gewundert. Vielleicht wegen dem Naturpark oder der Aussicht. Es gibt auch einen sog. Camino del Cid, der hier durchgeht, einer der wenigen offiziellen Radwanderwege, die ich im spanischen Teil meiner Tour genutzt hätte. El Cid heißt eigentlich Rodrigo Diaz de Vivar und war ein kastilischer Ritter.

    Und wie treffend, das Hotel heißt La Parada del Cid, bietet sogar einen Indoor-Pool und wäre die zweitteuerste Unterkunft meiner Reise gewesen. Mit Restaurant, hätte ich mir wohl gegönnt (auch mangels Alternative, lt. maps ist da sonst nicht so viel). Zunehmend kargere Landschaft, wie ich es aus Kastilien León gewohnt bin.

    Heute sehr zeitiges Aufstehen, da ich um 4:15 den Airport Express zum Münchner Flughafen nehmen wollte.

    Reibungsloser Flug mit Iberia. Anekdote zum Umbuchen: das Unternehmen duzt einen zum Teil, z.B. in der Hotline, was mich zunächst etwas befremdet hat. Im Laufe des Gesprächs aber schlüssig, dann gleich zurück geduzt, da ich mich tatsächlich an den Namen erinnern konnte. Die Qualitätsabfrage durch die Maschine am Schluss aber wieder per Sie. Auch lustig: die Bewertung sollte ich auf einer Skala von 0 bis 10 auf der Telefon-Tastatur durchführen. In der Kommunikation auf Website und E-Mails Du/Sie-Gemisch.
    Ankunft in Madrid Barajas im vertrauten Farbspektrum:

    Von den Kids abgeholt, Hitze ebenfalls wie gewohnt bereits enorm. Bei Decathlon in der Nähe Bälle und Schläger für Frontennis besorgt. Eine unserer Lieblingssportarten, allerdings nur hier betreibbar (Foto folgt). Weiter nach Madrid, durch die Stadt streifen, bisschen (second hand) Shoppen, vor allem in den Vierteln Chueca und Malasaña.

    Mittagessen in einem leckeren Humus-Restaurant, das die Kids erstmals bei einem Urlaub 2023 zu Ostern entdeckt hatten.

    Anschließend Barber-Besuch durch den Zweitgeborenen, weiteres umherschlendern.

    Die Puerta del Sol, endlich baustellenfrei und als reine Fußgängezone.

    Noch ein Bocadillo mit Calamares (frittierte Calamares-Ringe im Baguette) im Zentrum

    weiter durch die Innenstadt zur Metro.

    Jetzt Fahrt nach El Olmillo, wir schwärmen von den unglaublichen Farben des Landstrichs.

    Dimensionen der Zeit

    Ich habe vier Tage mit dem Fahrrad von Mulhouse nach Chagny benötigt, einen halben Tag mit dem Zug zurück. Drei Tage von Ingolstadt nach Freiburg, ca. sechs Stunden mit dem Auto zurück, trotz Riesenumweg mit Auto im Vergleich zur Fahrradroute. Sechs Stunden mit Taxi. Bus, Flugzeug von Etting nach Madrid Barajas für die Tour, bei der ich 22 Tage eingeplant habe.
    Das Reisetempo mit dem Fahrrad fand ich für den Geist sehr entspannend. Richtungswechsel ganz gemütlich angehen, im Zweifel kurz stehen bleiben, Pause wo auch immer ich wollte. Wie sich wohl die Menschen vor 50, 100, 200 Jahren auf eine so lange Reise vorbereitet haben, wie sie sich unterwegs gefühlt haben? Was waren die Gründe für ihre Reisen? Handel, Pilgern, Abenteuerlust? Auf alle Fälle habe ich das Reisen mit dem Fahrrad viel bewusster wahrgenommen und auch genossen. Wie auch schon die Urlaube mit dem Fahrrad mit Barbara in den letzten beiden Jahren. Das möchte ich zukünftig öfter machen.

  • Etappe 20 – Santo Domingo de la Calzada nach Burgos

    Etappe 20 – Santo Domingo de la Calzada nach Burgos

    Zum Start 20 Grad und bewölkt, Richtung Burgos dann 30 Grad. Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die 50 Provinzen sind eine weitere Unterteilung zu den 17 autonomen Regionen. Auf der Plaza de España in Sevilla (Drehort zu einem der Star Wars Filme) sind alle 50 Provinzen dargestellt mit 2 Mosaiken: eines zur geografischen Lage und eines, das ein typisches Element der Provinz zeigt. Nur mal so.

    Wechsel in die autonome Region Kastilien und Leon, in der auch der Zielort der Gesamtreise liegt. 70 Kilometer mit 850 Höhenmetern. Im Verlauf entlang des Rio Retorto und Rio Oca (Rio = Fluss). Ein Teil des Weges trägt den Namen „Camino de Santiago“. Jetzt wäre das Farbspektrum ins von mir gewohnte gelbliche gewechselt. Abgeerntete Getreidefelder, Sonnenblumen, deutlich weniger Wald als zuletzt im Baskenland, die hellen Fassaden der Kirchen. Und hoppla: die Strecke dann zu mehr als der Hälfte Feldwege lt. komoot. Das wäre in die Handgelenke gegangen (die sich übrigens merklich erholen).

    Bei 630 Metern über dem Meeresspiegel der Start, dann bis auf 1.150 Meter rauf, das alles über die ersten knapp 40 Kilometer. Schätze mal, ich hätte viel geschoben und gerastet. Ab dem höchsten Punkt dann aber wieder fast kontinuierlich bergab bis ins Etappenziel Burgos. Dort wieder ein feineres Hotel, im Zentrum von Burgos. Das Fahrrad hätte ich in einem der Hotel-Büros abstellen dürfen. Auch auf Burgos hatte ich mich besonders gefreut, da dies einer der Orte ist, die auf dem Weg mit dem Auto immer passiert, aber bisher nie besucht wurden.

    Was mir auffällt bei der Recherche zum Blog: es gab in Spanien bisher keine Fernrad-Wanderwege wie in Frankreich, auf denen ich mich bewegt hätte. Tatsächlich gibt es die aber doch, halt nicht unbedingt dort, wo ich fahren wollte (kommt aber noch). Diese Seite gibt eine Zusammenfassung. Von den Vías Verdes (Grüne Wege) hatte ich schon gehört, hier werden ehemalige Eisenbahnstrecken genutzt. Die EuroVelo-Routen sind grenzüberschreitend, in Frankreich war ich da teilweise unterwegs.

    Idee für eine Tour 2.0: bis nach Bordeaux irgendwie mit Gepäck und Fahrrad anreisen (vielleicht Flix-Bus oder privat organisiert), Bordeaux Sight-Seeing, dann mit dem Radl nach El Olmillo. Vielleicht.

    Heute nochmal Check durch die Hausärztin (Flugerlaubnis erteilt), dann kleine Besorgungen in der Stadt. Patisserie hatte noch nicht offen, ich wusste mir aber auch so zu helfen:

    Reisevorbereitungen für den morgigen Flug nach Madrid. Treffen mit den Kids, dann gibt’s auch wieder Bilder von vor Ort.

  • Etappe 19 – Eskoriatza nach Santo Domingo de la Calzada

    Etappe 19 – Eskoriatza nach Santo Domingo de la Calzada

    Aus dem Baskenland raus in die autonome Region La Rioja. Ähnlich wie Deutschland bei den Bundesländern ist Spanien unterteilt in Regierungsgebiete, die insgesamt 17 autonomen Regionen.

    Eckdaten der Etappe: 95 Kilometer mit wahnsinnigen 1.400 Höhenmetern. Die ersten zehn Kilometer gleichmal 350 Höhenmeter, bis zu 13 % Steigung. Wer macht den sowas? Höchster Punkt kurz vor Kilometer 60 bei 940 Höhenmetern, wäre eventuell sogar frisch geworden. Dann knapp 12 Kilometer bergab, um dann die letzten 20 Kilometer wieder leicht rauf zu strampeln. Zu Anfang 22 Grad, am Zielort bereits 32. Keine Zugverbindung, eventuell ein paar Kilometer mit dem Bus überbrückbar. Das würde ich beim nächsten mal überdenken und entweder andere Abschnitte wählen oder gleich eine andere Route.

    Die ersten Kilometer am Fluss Deba entlang, auf dem Weg lag auch die Hauptstadt des Baskenlandes, Vitoria-Gasteiz. Der Weg durch die hügelige Landschaft sieht wieder sehr spannend aus auf den Fotos in komoot, je weiter aus dem Baskenland raus, desto weniger Schatten. Wechsel von kleineren Landstraßen und Radwegen durch die Landschaft. In den Bergen in der Nähe des Zielortes aktuell ein kleiner Brand.

    Im Zielort Santo Domingo de la Calzada war eines meiner Übernachtungshighlights vorgesehen. Erstmals hätte ich in einem Parador genächtigt. Das sind kurz gesagt Hotels in meist historischen Gemäuern, unter anderem Burgen. Es gibt in Spanien insgesamt 98 davon. Ich hätte den Parador de Santo Domingo de la Calzada für eine Nacht bewohnt (in dem Ort gibt es auch eine Kathedrale). Ganz sicher wäre ich auch in das angeschlossene Restaurant gegangen, sofern ich noch einen Platz bekommen hätte. Es gibt sogar Frühstück auf dem Zimmer. Check-In ab 14 Uhr möglich, wie bei fast allen Unterkünften in Spanien.

    Heute Häuslichkeiten und Urlaubsvorbereitung, Telefonat mit den Kids (wg. Urlaub) und mit Barbara (vor 26 Jahren krichliche Trauung). Spanische Brotzeit und Patisserie-Ersatz. Hinweis zum Getränk: Tinto de Verano. Zitronenlimo mit Rotwein, in dem Fall alkoholfrei. Ich empfehle den von Doppio Passo (alkohlfreie Rotweine aus Spanien sind mir bisher kaum über den Weg gelaufen).

  • Etappe 18 – Urnieta nach Eskoriatza

    Etappe 18 – Urnieta nach Eskoriatza

    Das wäre der zweite Tag in Spanien durch das Baskenland gewesen. Bei 22 Grad Abfahrt, bei ca. 27 Ankunft. Durch die Höhenmeter (800) habe ich die Etappen in Spanien kürzer geplant, heute also nur knapp 75. Weiter keine Waldbrände auf der Strecke oder in der Nähe. Die Etappe führt bis Beasain fast durchgängig am Fluss Oria entlang. Der Vergleich mit den „Kanal-Etappen“ in Frankreich wäre spannend gewesen. Im weiteren Verlauf zum Teil begleitet von Gewässern, die „Erreka“ im Namen führen (auf Baskisch „Bach“ oder „kleiner Fluss“), scheinbar meist parallel zur Hauptstraße. Lt komoot-Fotos allerdings eher kleine Landstraßen. Am Ende kommt der Fluss Deba / Ibaia. Bis ca. Kilometer 45 führt die Strecke stetig sanft bergauf, dann sind auf einen Schlag innherhalb von sechs Kilometern 260 Höhenmeter zu überwinden mit bis zu 9% Steigung. Danach zur Belohnung eine zehn Kilometer lange Abfahrt, zum Schluss bis nach Eskoriatza wieder leicht bergauf.

    Die Bilder auf komoot haben für mich ein wenig Süd-Tirol-Flair. Sehr grün und saftig. Das geplante Hotel, sogar mit 4 Sternen, macht einen tollen Eindruck. Konzept, Lage, Services – wäre möglicherweise eines der Highlights geworden. Check-in ab 14 Uhr möglich. Merken für das nächste Mal.

    Mit der Bahn wäre ich von Urnieta einen großen Teil der Strecke doch tatsächlich bis nach Zumarraga gekommen, sogar sehr günstig (4€!?). Den Fahrradtransport habe ich noch nicht ganz durchblickt, wenn jemand etwas dazu weiß oder Erfahrungwerte hat, gerne in die Kommentare schreiben.

    Interessant die baskische Sprache (euskara), die mit keiner anderen Sprache genetisch verwandt zu sein scheint und die wohl älteste noch lebende Sprache Europas ist. Zur Sprache und zum Gebiet eine schöne Zusammenfassung der Uni Leipzig. Mit kastillisch kommt man wohl gut durch, die Schilder, Ortsbezeichnungen etc. sind soweit ich weiß meist zweisprachig. Da ich bisher nur mit dem Auto durchgefahren bin hätte ich hier meinen Horizont ganz anders erweitern können.

    Heute Mama nach München zum Wohnungs-Sitten bei meiner urlaubenden Schwester gebracht, recht viel Verkehr. Als Snack Tapas aus der Dose: Tintenfisch in amerikanischer Soße, ich wäre ja jetzt schließlich in Spanien:

  • Etappe 17 – Capbreton nach Urnieta

    Etappe 17 – Capbreton nach Urnieta

    Rückblick: das Gesamtsetting

    Heute wäre es nach 66 Kilometern über die Grenze nach Spanien ins Baskenland gegangen, danach noch 25 Kilometer weiter nach Urnieta. Bis kurz vor der Grenze weiterhin recht flach, dann drei Anstiege auf der Karte, insgesamt 920 Höhenmeter. Während ich in Frankreich durchschnittlich bei knapp 600 Höhenmetern pro Etappe lag, sind es in Spanien im Schnitt 950. Die können da wohl nicht flach. Ein großer Teil der Strecke am Atlantik entlang, rau und wunderschön lt. den Fotos auf komoot. Auf der Strecke oder in der Nähe keine Waldbrände. Im Baskenland dann das von den Autoreisen gewohnte Bild: hügelige Landschaft, dicht bewachsen, eher dunkelgrüne Farbtöne. Noch nichts zu spüren von der teils unbarmherzigen Hitze in Kastilien und den dortigen, gelben Farben. Die Temperaturen lagen heute bei angenehmen 22 bis 26 Grad während der Fahrt. Auf der Etappe hätte ich unter anderem Bayonne, Biarritz und Irun passiert. In Urnieta selbst hatte ich vorab recherchiert, dass die Supermarktsituation insgesamt und am Sonntag im Speziellen eher mies ist, da hätte ich wahrscheinlich noch in Capbreton den ein oder anderen Riegel mehr mitgenommen. Hotel ganz neu, vielleicht wäre mir da auch geholfen worden.

    Nach Party gestern lange ausgeschlafen, weiter Stimmübungen. Tortilla-Transport mit Fahrrad erfolgreich:

    Mal wieder ein bisschen länger mir dem Rad unterwegs zur Party, hab‘ schon wieder richtig Lust auf eine Tour. Auch wenn ich das Land der Patisserien heute verlassen hätte, noch ein Stück Küchen auf dem Weg:

    Gesamtsetting

    Am Abbruch-Tag konnte ich mir nicht vorstellen, das Projekt nochmal anzugehen. Mittlerweile sieht das anders aus, allerdings mit Modifikationen. Einige Dinge, die ich ändern würde, habe ich ja bereits in den Tagen zuvor beschrieben. Ein entscheidender Punkt ist das Gesamtsetting: ich hatte mich ja entschlossen, die Tour alleine durchzuziehen. Hintergrund: ich wollte niemanden in Zugzwang bringen, Ressourcen bezüglich Zeit (für Training, Urlaub) oder Geld (Equipment, Übernachtung) investieren zu müssen. Das hatte zwar den Effekt, dass ich mich bei der Planung ganz auf mich konzentrieren konnte. Bei der Tour selber wäre es aber sicher schöner gewesen, die gemachten Eindrücke teilen und sich austauschen zu können. Vielleicht nicht direkt so wie mit der Truppe aus Tuttlingen. Eventuell mit wechselnden Begeiter_innen über die drei Wochen oder mit einer kleinen Gruppe oder einer Person, die für die ganze Tour bereit ist. Muss alles erstmal sacken, Angebote und Hinweise gab es bereits.

  • Etappe 16 – Ychoux nach Capbreton

    Etappe 16 – Ychoux nach Capbreton

    Rückblick: warum eigentlich ein Blog

    Auf die Etappe hatte ich mich ganz besonders gefreut: ein großer Teil der 121 Kilometer geht entlang des Atlantik. Misti misti, dass das nicht geklappt hat. Völlig entspanntes Höhenprofil, nur 370 Höhenmeter Anstiege hätten auf der Strecke auf mich gewartet, bei um die 25 Grad. Gespannt war ich auf die Windverhältnisse, werde ich ein anderes mal herausfinden müssen. Pinien-Wälder, Dünen, Meer mit entsprechenden Gerüchen. Der Menge an Fotos auf komoot nach zu schließen scheint diese Strecke sehr beliebt bzw. viel freqeuentiert zu sein. Hier konnte ich zumindest einen Namen für einen Teil des Radweges finden: Piste de la Côte. Im Zielort dann zumindest von der Lage her eine Highlight-Unterbringung: mit Blick auf’s Meer. Ob ich allerdings durch den Waldbrand bei Parentis-en-Born aufgehalten worden wäre – ich weiß es nicht. Letzte Übernachtung in Frankreich vor dem Grenzübertritt.

    Wieder morgendliche Stimmübungen, wird besser. Mein Flieger kommenden Donnerstag nach Madrid wurde von Iberia innerhalb kurzer Zeit zweimal nach hinten verschoben (von Abflug um 12 auf schließlich 19:30), also doch auf den um 7:30 umgebucht. So habe ich fast den ganzen Tag vor Ort. Hört sich jetzt erstmal super an, wie toll das ist sehe ich dann nächste Woche, wenn ich um vier aufgestanden bin. Zum Mittagessen nochmal Entrecôte mit Pommes Frittes, erneuter Einsatz der gestern gekauften Kartoffel-Schneidemaschine (sehr zufrieden!):

    Über den Mittag Tortilla gemacht, zum einen als Proviant für Barbara, die an den Garda-See reist und für eine abendliche Party.

    Für Patisserie-Ersatz heute nicht wirklich Zeit, also Süßkram:

    Das Bloggen

    Den Gedanken, meine Tour per Blog zu dokumentieren, hatte ich eigentlich schon am Anfang der Tour-Planung. Zum einen wollte ich für mich eine Art Tagebuch führen, zum anderen meine Erfahrungswerte mit anderen teilen. Vielleicht fühlt sich ja jemand inspiriert, ein eigenes Abenteuer zu starten. Die Technik, Gestaltung und Organisation hat der Erstgeborene übernommen, vielen Dank nochmal dafür! So konnte ich mich auf den Inhalt konzentrieren. Zusammen hat uns das schon in der Vorbereitung viel Freude bereitet. Das Bloggen von unterwegs stellte keine Belastung dar, weder technisch noch zeitlich. Machte mir auch Spaß. Im Moment halt mit einer Prise Wehmut, da ich keine Erlebnisse von vor Ort mit dazu packen kann.

  • Etappe 15 – Castillon-la-Bataille nach Ychoux

    Etappe 15 – Castillon-la-Bataille nach Ychoux

    Rückblick: das Fahrrad

    Da hätte ich diese Tage echt Glück mit dem Wetter gehabt: ca. 22 Grad bei der Abfahrt und 27 Grad bei der Ankunft. Vor zwei Wochen war die Langzeitwetterprogose noch deutlich heißer. Auf der Strecke von 123 Kilometern wären 490 Höhenmeter zu bewältigen gewesen, überwiegend innerhalb der ersten 40 Kilometer. Interessant für mich: viel mehr als 100 Meter über dem Meeresspiegel wäre ich dabei gar nicht gekommen. Den Bildern in komoot nach zu schließen weiterhin tolle Radwege, viel durch den Wald, fast die Hälfte durch den Parc Naturel des Landes de Gascogne. Man, das wäre echt toll gewesen, da lang zu radeln.
    Lt. Karte führt ein Teil der Strecke, von Hostens aus, wie mit dem Lineal gezogen nach Westen. Das ging mir ja schon von der deutsch-französischen Grenze nach Mulhouse so, dass im Wald wohl keine Kurven in die Wege eingebaut werden, auch, wenn’s nicht an einem Kanal entlang geht. Offizielle Radrouten-Bezeichnung auch hier nicht für mich erkennbar. Ein Waldbrand ist lt. Satelittenbilder nicht weit entfernt bei Biscarrosse, keine Ahnung, ob mich das daran gehindert hätte, den heutigen Zielort zu erreichen.
    Hotel diesmal mit zwei Sternen und mit Restaurant. Da war ich bei der Planung wieder in der Not, innerhalb eines akzeptablen Radius nichts anderes auf Anhieb zu finden. Memo an mein zukünftiges Ich: beim nächsten mal für sowas mehr Zeit nehmen.

    Nach dem Aufstehen logopädische Übungen gemacht. Eigentlich krächze ich seit zwei Wochen nur noch rum, wird allmählich besser.
    Heute Orthopädie-Termin wegen Handgelenken und Unterarmen. Ob mir nicht der Gedanke gekommen sei, dass ich die entsprechenden Körperteile durch meine Aktivitäten überlastet habe? Ja klar! Drum wollte ich ja wissen, wie arg es ist. Scheint nichts strukturell im Eimer zu sein, Ruhe täte wohl gut. Wobei ich direkt die Freigabe für’s Rollentraining bekommen habe, das geht ja nicht so auf die Handgelenke (Bingo!). Darüberhinaus die Empfehlung, eine Woche lang z.B. Ibu zu nehmen und mich physiotherapeuthisch behandeln zu lassen. Mach‘ ich! Wenn keine Besserung -> Neurolog_in aufsuchen.

    Zum verspäteten Frühstück Patisserie-Ersatz.

    Nach kleiner Shopping-Tour den Wunsch nach Entrecôte erfüllt:

    Super lecker, hätte ich unterwegs in Frankreich ganz sicher irgendwo probiert.

    Das Fahrrad

    Ein Bulls Daily Grinder 3. Generell: wie bei den Vorbereitungen schon mal beschrieben, sehr zufrieden (trotz Handgelenks-Aua).

    Die Schaltung ist eine Shimano GRX 12-Gang-Schaltung. Ich finde es angenehm, die Gänge nur mit einer Hand wechseln zu müssen, eine Schaltung für das vordere Kettenblatt habe ich nicht vermisst. Bei schnelleren Trainingsfahrten hatte ich das Gefühl, mir fehlt noch ein hoher Gang. Als ich anfing, mit Gepäck zu trainieren wurde schnelle klar, dass die Spreizung ziemlich gut ist und ich eher die kleinen Gänge für die knackigen Anstiege benötige. Die Original-Kette und Ritzel sind noch drauf, nur zwischendurch Gangseil nachstellen war notwendig.
    Veränderungen im Bild: die einseitigen Klick-Pedale. Zwar habe ich selten auch mal gezogen, fühlte sich für mich mit Klick aber besser an als ohne.
    Zwei Standard-Flaschenhalter, völlig ausreichend und gut bedienbar.
    Reflektoren in den Speichen, damit man mich besser sehen kann. Die Serien-Reifen waren Schwalbe G-ONE Comp, die mich die ersten 1.400 Trainingskilometer einwandfrei und plattenlos begleitet haben. Mir gefiel vor allem, dass das Profil nicht sehr grob ist. Dadurch rollte der Reifen recht geräusch- und reibungslos ab. Zur Tour habe ich mich dann für die „PLUS“ Variante entschieden. Noch besserer Pannenschutz und ein zusätzlicher Rundumreflekorstreifen.
    Der serienmäßige Gepäckträger hat die verwendeten Ortlieb-Taschen gut aufgenommen, das Rücklicht wird per Nabendynamo betrieben und hat eine Standlichtfunktion.
    Den Sattel hatte ich getauscht und einen, auf meinen Sitzknochen abgestimmten Gravel-Sattel von SQlab genommen. Auch wenn ich bei der siebten Etappe Schmerzen links bekam, auf dem Rad ging’s so gut wie ich das bei noch keinem Sattel davor erlebt habe.

    Die Gabel ist das einzige Element aus Carbon, der Rest Aluminium. Gesamtgewicht: Serie 13,9 Kg, zulässiges Gesamtgewicht 135 kg.
    Im Bild an der Gabel die Aufnahme für die vorderen Taschen, ebenfalls von Ortlieb. Fassen 6 Liter, gäbe es auch größer.
    Die Bremsen haben gut zugegriffen und mussten beim Service vor Tour-Beginn in keinster Weise erneuert werden.
    Scheinwerfer ist nicht original, hier wurde mir einer mit 100 Lux (statt Serie 70) nachgerüstet. Hatte bzw. habe ich immer an.
    Beim Ventil des Schlauchs wurde mir empfohlen, auf das Schwalbe Clik Valve umzusteigen. Das hat sich tatsächlich bewährt: zwar benötigt man einen kleinen Pumpenadapter, der ist aber sehr selten im Einsatz. Ich habe nicht einmal nachgepumpt.
    Am Lenker wurde beim Service ein dickeres Lenkerband montiert und in der Mitte Pads darunter untergebracht. Fühlte sich für mich besser an.
    Den Trithlon-Lenker habe ich auf Empfehlung als einziges Teil nicht beim Fahrradgeschäft gekauft, sondern bei decathlon. Hat sich für mich bewährt.
    Was man noch im Bild erkennen kann: die Position des Fahrradnavis (weiß) und die Kamera, die unterhalb des Triathlon-Lenkers hängt. Beides gut handelbar.

    Wer zum Thema Fahrrad für die Langstrecke Erfahrungen einbringen möchte, gerne einen Kommentar schreiben.

  • Etappe 14 – Brantôme nach Castillon-la-Bataille

    Etappe 14 – Brantôme nach Castillon-la-Bataille

    Rückblick: körperliche Vorbereitung

    Temperaturen heute beim Start um die 24 Grad, bei Ankunft schon 32. Nicht ganz so heiß wie gestern, wäre wohl gegangen. Die Strecke über 107 Kilometer und 840 Höhenmeter führt das erste Drittel bis Ribérac an der Dronne entlang. Eine offzielle Radweg-Routen-Bezeichnung konnte ich in der Routenplanung nicht erkennen. Von Ribérac aus dann ab in den Süden. Die Fotos auf komoot machen wieder einen malerischen Eindruck mit viel grün und Wald und Felsen. Eine größere Stadt ist noch unterwegs, Montpon-Ménestérol. Kurz darauf hätte ich die Autobahn A89 gekreuzt (ich hoffe, oben drüber und unten durch), die ich normalerweise bei der Autoreise nehme. Vor dem Etappen-Ziel Castillon-la-Bataille dann wieder an der Dordogne entlang. Erneut schnuckeliges Hotel. Zielort schon recht nah an Bordeaux, weiß nicht, ob ich Auswirkungen der Waldbrände wahrgenommen hätte.

    Es gibt tatsächlich einen französischen Fahrradsong von Yves Montand (1968): La Bicyclette. Wurde auch im Rahmen der französischen Tour de France-Übertragung verwendet.

    Arzt-Kontroll-Termin erfolgreich absolviert, Lungenfunktion wieder auf Standard-Level, es brodelt nix mehr. Allerdings noch still halten, was sportliche Betätigungen betrifft, fällt mir zunehmend schwer – sei’s drum.

    Am Nachmittag die Drittgeborene zum Flughafen gebracht, die zwecks Prüfung nicht direkt mit den Jungs nach Spanien fahren konnte. Heute Abend also Kids-Reunion in Madrid-Barajas.

    Patisserie in Ingolstadt ausprobiert. Das könnte zu einer dauerhaften Beziehung werden:

    Körperliche Vorbereitung

    Ich fühlte mich echt fit. Die Beine haben einfach durchgestrampelt, Rücken hat nach einer Woche auch keine Probleme bereitet. Was mir geholfen hat: zu verstehen, wie ich in einen guten Flow komme, wie ich entspannt vor mich hinstrample, statt dauerhaft Vollgas zu geben. Dafür war das Wintertraining auf der Rolle sehr hilfreich.

    Stolze Präsentation nach Erstaufbau, kurz vor Inbetriebnahme.

    Meine erste Fitnessberaterin und später V. haben mir kluge Vorgaben für das Grundlagen-Training mitgegeben. Erst habe ich in den Einheiten ca. 60 Minuten bei einer Herzfrequenz von unter 120 absolviert. Später dann im Wechsel 10 Minuten niedrige Frqeuenz und 10 Minuten mittlere (mit Warm-up und Cooldown 75 Minuten). Das hat sich definitiv ausgezahlt: mit einem Gang, bei dem ich nicht allzuviel Kraft investieren musste, bin ich mit einer Herzfrequenz um die 130 auf flacher Strecke wunderbar vorwärts gekommen. Und bei Anstiegen konnte ich mit einem kleinen Gang gut durchhalten, ohne meinen kritischen Bereich von 167 zu überschreiten. Was das Tempo angeht: ich habe hier ein paar Standardstrecken, bei denen ich gut vergleichen konnte. Mit Vollgas war mein Schnitt nur geringfügig schneller als dann mit dem gefühlt moderaten Kraftaufwand.

    Im Fitnessstudio haben wir gezielt an meiner Rückenmuskulatur gearbeitet. Damit bin ich wirklich hochzufrieden. Erst jetzt, nach einer weitgehend bewegungslosen Woche, habe ich den Eindruck, dass ich wieder was tun muss. Weder bei, noch nach den Etappen hatte ich Schmerzen an meinen neuralgischen Stellen (Nacken, unterer Rücken, Iliosakralgelenk). Das möchte ich natürlich gern beibehalten. Einzig die Unterarme/Handgelenke sind nachhaltig irritiert. Bei den ersten 750 Outdoor-Trainings-Kilometern und Rolleneinheiten war gar nichts. Mit der Trainingstour Ende Mai, bei der ich versucht hatte, nach Gunzenhausen zu kommen, fing das Dilemma an. Bin gespant, was der Orthopäde morgen dazu sagt.