Autor: Daniél

  • Etappe 8 – Chagny nach Digoin

    Etappe 8 – Chagny nach Digoin

    Das wäre die Etappe gewesen: 100 Kilometer mit 300 Höhenmetern toujours am Canal du Centre entlang. Nachdem Etappe 6 eine kurze war und ich die gestrige habe ausfallen lassen wurde mir im Laufe des Nachmittags klar, dass ich gesundheitlich nicht in der Lage bin, die Reise weiter durchzuziehen. Das Telefonat mit den Jungs diente eigentlich dem Back-up-Plan, mich am kommenden Montag unterwegs aufzugabeln, wenn sie sich mit dem Auto auf den Weg nach Spanien machen. So waren wir zumindest verblieben, es wurden aber auch Dinge geäußert, die mich zum weiteren Nachdenken gebracht haben. Ich vergesse manchmal, dass die Kinder mich ja genauso lange kennen wie ich sie. Um wieder richtig fit zu werden braucht es mehr als einen Pausentag mit langer Siesta. Also vernünftig, entschlossen und schweren Herzens die Rückreise geplant. Mit dem Zug komme ich um ca. 14 Uhr bis Mulhouse, ab da wurde es mit Rad im Zug schwierig. Lieberweise hat sich Barbara als Abholerin angeboten.

    Wieder serviertes Frühstück im Hotel, diesmal mit heißer Schokolade. Zusätzlich gab es ein kleines Buffet mit Joghurt, Obst und Müsli (das ich zunächst als einzigen Bestandteil missverstanden hatte).

    Um 9:08 ging die Rückreise am Bahnhof Chagny los.

    Was ich im Hotel begonnen hatte, weiter erledigt: die Stornierungen der kommenden Unterkünfte. Bei zehn direkt kostenfrei, die anderen angefragt. Umstieg in Dijon nach Besancon (schöne Erinnerungen), dort Umstieg nach Belfort.

    Clevere Fahrrad-Befestigung:

    Kommt ein weiteres Fahrrad dazu, einfach den Gummi erweitern. In Belfort Zeit gehabt, in Bahnhofsnähe nach einem Snack zu gucken. Und was warf sich mir in den Weg? Eine Patisserie! Also noch ein Pain-au-chocolat und etwas Feines mit Mousse-au-chocolat besorgt.

    Während der Zugfahrten tatsächlich mal Wege erkannt, die ich die letzten Tage geradelt bin, wirklich sehr schön! Zustieg in den Zug nach Mulhouse.

    Barbara war mittlerweile schon dort angekommen.

    Schade auf der einen Seite, dass die Reise heute erstmal zu Ende geht. Ganz viele tolle Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, das wird noch eine Weile brauchen, alles zu verarbeiten.

    Der brave Drahtesel wird jetzt mal selber transportiert. Seit Kauf im Januar und über 2.000 Kilometern kein Platten, keine Panne, nur mal zwischendurch Gangschaltung einstellen. Das hat sich auf alle Fälle gelohnt!

    Hier bin ich vor einer Woche Richtung Neuburg geradelt. Nach Ankunft kurz nach acht auspacken, abendessen und sicherheitshalber noch einen Corona- und Grippetest machen, beides negativ.

    Wie geht’s weiter, auch hier im Blog? Ich denke, ich dokumentiere die geplante Reise bis zum Schluss, halt ohne Erlebnisse, und gebe Rückblicke und Gelerntes weiter. Jetzt erstmal ausschlafen, ohne an eine morgendliche Abfahrt auf dem Rad zu denken

  • Etappe 7 – Dole nach Chagny

    Nachdem mein Körper mir gestern Abend sehr deutliche Signale gegeben hat, dass er nicht bereit ist für 90 Kilometer Radfahren habe ich die Etappe heute komplett mit dem Zug zurückgelegt. Der Bahnhof in Dole ist gleich gegenüber vom Hotel. Nach Frühstück nicht vom Buffet

    kurz nach zehn in einen Zug nach Dijon eingestiegen.

    Bahnhof Dole wird gerade auch umgebaut. Aufzüge zu kurz für Fahrrad, also tragen. Im Zugabteil des Regionalzugs, den ich nutzte, waren die Plätze für Fahrräder schon belegt, konnte die 25 Minuten gut im Gang stehen.

    In Dijon knapp 50 Minuten Aufenthalt. Interessante Bahnhofsarchitektur

    und Klavier im Wartebereich, das später auch sehr schön von einer Dame bespielt wurde.

    Kurzen Abstecher in die Stadt. Keine für mich erkennbare Senfwerbung.

    Aufzüge im Bahnhof von Dijon auch zu klein, dafür Rampe, noch besser.

    Mit einem Schnellzug weiter nach Chagny.

    Bisschen eng alles, aber weitgehend leer.

    Ankunft in Chagny, einen Kilometer zum Hotel geradelt. Resümee der Zugfahrt: die App der SNCF hat es mir sehr leicht gemacht, eine Verbindung mit Fahrradtransport zu finden. Seite auf Deutsch, nach Auswahl von Start- und Zielort direkt ein Button, um das Fahrrad hinzuzufügen. Optisch wird mehr mit Icons gearbeitet, ich werde direkt angesprochen. Sehr sympathische und für mich hilfreiche Aufmachung. Bei meiner Zugfahrt am Samstag von Ulm aus war der Fahrkartenautomat nicht in der Lage mir die Info zu geben, dass am Wochenende kein Fahrradticket notwendig ist. Ich möchte kein Bahnbashing betreiben, finde Bahnfahren wirklich eine ganz feine Sache. Ich hätte es nur gerne in gut.

    Nach Ankunft im Hotel gegen eins ein sehr aufschlussreiches Telefonat mit den Jungs geführt. Anschließend Snack und ausgiebige Siesta. Spaziergang durch den Ort, erneut schnuckelig:

    Um die 6.000 Einwohner, belebte Innenstadt mit Bars und Einzelhandel.

    Eglise San-Martin de Chagny, nicht geöffnet.

    Hotel- und Restaurantfachschule. Vielleicht wurde der örtliche Dreisternekoch auch hier ausgebildet.

    Mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet! Habe keinen Platz mehr bekommen. Also als Snack erst was Herzhaftes (mit Avocado) und dann was Süßes von einer der Patisserien.

    Schließlich einen geschmacklich und optisch fragwürdigen Energy Drink.

    Zum Abendessen örtlichen Burger.

  • Etappe 6 – Besançon nach Dole

    Etappe 6 – Besançon nach Dole

    Nach späterem zu Bett gehen nich so recht ein- und dann aber auch nicht ausschlafen können. Eigentlich habe ich wegen kurzer Etappe 10 Uhr Aufbruch angepeilt, wurde dann doch eher halb neun. Ich war von besserem Schlaf ausgegangen, wo ich mich doch so viel an dieser ominösen frischen Luft bewege. Erstmal spaßiges Detail im Frühstücksraum.

    Rührei war wieder fester, insgesamt eher kontinentales Frühstück mit mehr frischem Käse. Aufbruch bei angenehm kühlen Temperaturen und Sonnenschein.

    Wieder an der schönen Doubs entlang, die den ganzen Tag meine Begleiterin sein sollte. Das Tal wurde bisweilen weiter.

    Wenige Radler in meine Richtung , diesmal auch mit Liegerad.

    Nach Pause bei Kilometer 36 ging die Stecke kurz weg vom Fluss, sodass ich einen anderen Blickwinkel einnehmen konnte.

    Kurz vor zwölf dann schon Richtung Dole eingebogen.

    Nach 58 Kilometern und entspannten 310 Höhenmetern angekommen. Der sehr freundliche Barkeeper, Rezeptionist und wahrscheinlich auch Koch switchte ruckzuck auf spanisch, nachdem wir mit französisch und englisch nicht weiterkamen und organisierte das Zimmer bis 13:30. Dazu noch zur Weltmeisterschaft gratuliert (nicht dafür!). Also gleich zu Mittag gegessen. Tagesgericht, irgendwas mit Bouef, tippe auf eine Dose.

    Noch eine Stunde warten, dann konnte ich ins Zimmer, Duschen und Siesta machen. Links tut der Po weh, daher am Nachmittag in der Apotheke spezielle Salbe besorgt (Bepanthen ist dabei, möchte was anderes ausprobieren).

    Das ganze verbunden mit einem Spaziergang durch Dole. Das ist ja mal ein pittoreskes Städtchen!

    Jede Ecke, um die ich spazierte, hielt ein weiteres Highlight für mich bereit. Unter anderem verwinkelte Gassen und Wege, auch über mehrere Ebenen (Wasserplätschern vorstellen).

    Der Herr Pasteur ist hier geboren.

    Beeindruckende Kirche gibt’s auch, Notre-Dame de Dole, hier die Orgel:

    Zuletzt an einem abgezweigten Flussarm zu Abend gegessen, heute vegetarische Pizza.

  • Etappe 5 – Montbéliard nach Besançon

    Etappe 5 – Montbéliard nach Besançon

    Das war heute ein rundum gelungener Tag. Vielleicht hatte ich mir das auch so vorgestellt. Etappe Mittags beendet, nach dem Dehnen eine kleine Siesta und dann noch Zeit, den Zielort ein wenig zu erkunden. Aber von Anfang an.

    Dank Ibu ohne Glühen geschlafen und recht frisch aufgewacht. Am Vorabend noch Plan B (Tor auf 53 km verkürzen und dann mit dem Zug weiter) und C (verkürzen auf 23 km) gestrickt, hat mich besser schlafen lassen. Nach erstem französischen Frühstück (hier deutlich mehr frische Sachen wie Käse und Obst, offener Tee, eher flüssiges Rührei) vor 8:30 auf dem Rad gewesen. Die ersten 20 km wieder am Kanal entlang.

    Erneut wunderschön. Gerade als ich mit einem 24-25 km/h-Schnitt geliebäugelt habe führte mich die Route weg vom Gewässer – und bergauf. Irgendwoher mussten die 580 Höhenmeter ja kommen. Die erste Steigung mit Serpentinen (hellorange), bisschen Tour-Feeling. Dann durch den Wald.

    Und erstmal wieder runter. Dachte schon, das wäre es gewesen. Aber nix. Es kam ein etwas unangenehmes Stück Landstraße bergauf, wo ich mich sehr als Hindernis gefühlt habe. Dann endlich auf eine Nebenstraße abgebogen – und bald abgestiegen. Das war mir einfach zu steil. Ca. 10 Minuten geschoben.

    Da ging’s rauf.

    In die Richtung wieder runter.

    Das hat sich für mich ein bisschen wie Voralpenland angefühlt. Danach endlich fast dauerhaft nach unten. Leider kann man das Gefälle auf den Bildern nicht wirklich erkennen.

    Unten angekommen am Fluss Doubs entlang. Nach Voralpenland-Feeling zuvor wähnte ich mich jetzt am Donaudurchbruch bei Kelheim.

    Pause Nähe Bahnhof von Plan B.

    Original Tour-Banane als Verpflegung. Sah im Supermarkt ohne Brille für mich aus wie Demeter (kein Kommentar, Zweitgeborener!). Gut gefühlt, also beschlossen, weiterzuradeln.

    Nochmal Gewässer mit Schiff.

    Nicht viel später näherte ich mich Besancon (sorry, kein Akzent unter dem ‚c‘ auf meiner Smartphone Tastatur). Das waren die letzten Meter der 89 Kilometer.

    Den Tunnel habe ich erstmal nicht gefunden. Ich stand auf der Straße vor einer Felswand und das Navi zeigte einen Weg mittendurch. Bei näherer Betrachtung den Weg zur Unterführung gesehen.
    Und rein in die Altstadt, gleich um’s Eck schon das Hotel. Sehr angenehmer Empfang, mein Zimmer war noch nicht fertig, also wurde kurzerhand geswitched. Stadtplan und Tipps erhalten. Auf dem Zimmer war es erst kurz nach eins.

    Nach Dehnen, Snack und Duschen noch Zeit für eine Siesta. Als Sightseeing-Ziel die empfohlene Citadelle besichtigt. Ausgerechnet der höchste Ort der Stadt.

    Die Anstrengung hat sich gelohnt, eine große Festungsanlage

    mit Museen (u.a. der Resistance, Biodiversität, Kunst), ein integrierter zoologischer Garten,

    eine Ausstellung mit Erläuterungen zum Fluss Doubs, das alte Mühlrad u.v.m. Viele Informationen dreisprachig: französisch, englisch, deutsch. Dazu toller Blick über die Stadt und die Umgebung.

    Große Empfehlung bei einem Besuch. Kann man auch einen ganzen Tag verbringen. Eintritt 13,50€.

    Auf dem Weg ins Hotel Proviant im Mini Casino besorgt. Telefonat mit Barbara und ab zum Abendessen. Durch die schicke Altstadt zum empfohlenen Restaurant:

    Es gab lt. Karte Steak, ich hatte mit einem Stück Fleisch gerechnet, war dann ein Hackfleisch Patty unter Ei. Auch gut.

    Auf dem Heimweg noch die schnuckeligen Fahrradständer fotografiert.

  • Etappe 4 – Freiburg nach Montbéliard

    Etappe 4 – Freiburg nach Montbéliard

    Das war aber mal schön heute. Sehr zeitig aufgestanden um schon kurz nach halb sieben zu frühstücken. 113 km standen auf dem Programm, da wollte ich Puffer haben. Um acht ging’s los in der Morgenkühle. Raus aus Freiburg durch das schöne Breisgau.

    Weinberge auf der einen Seite, Tal und dahinter liegende Berge (nicht im Bild) auf der anderen.
    Nicht mehr weit bis zur Grenze.

    In Frankreich gut ausgeschilderte Radwanderwege, wenn an der Straße, dann mit wenig Verkehr.

    Von der Straße dann direkt rein in den Wald über einen kilometerlangen Radweg.

    So ging das vielleicht 25 km ganz entspannt dahin, zwischendurch andere Radler_innen. Danach auf den Rhone-Rhein-Kanal getroffen.

    Da dachte ich mir wieder „ist das aber schön hier“. Gleich mal die erste Pause eingelegt.

    Den Kanal durch Mühlhausen weitergeradelt.

    Interessantes Gefühl , durch eine fremde Stadt durchzuradeln. Ich nahm dabei die Umgebung ganz anders war. Und dann blieb ich auch bis Montbéliard am Kanal. Gefühlt mit immer währendem Rückenwind und meist bergab liefen die Kilometer wie von selbst, mit tollem Umfeld. Ich radle gern an Gewässern entlang.

    Mit Schiffen.

    Blick zurück bei der zweiten Pause. Hier möchte ich wieder herkommen. Durch das zügige Vorankommen war ich schon um 14 Uhr am Hotel und musste noch eine Stunde auf das Zimmer warten. 113,4 km und nur 300 Höhenmeter bei 4 Stunden 49 Minuten reiner Fahrzeit. Mit Pausen war ich damit deutlich zügiger unterwegs als bei der gestrigen Bergetappe.

    Habe eigentlich gut auf mich aufgepasst und ab der ersten Pause immer wieder Wasser über mich gekippt.Trotz geringer Hitze und vermeintlich wenig Anstrengung glühe ich jetzt aber noch nach. Ich muss mir echt Gedanken machen, wie ich das Thema in den Griff bekomme. Zugverbindung ist schon mal gecheckt und prima.

    Ach, heute Brotzeit aus dem Supermarkt:

  • Etappe 3 – Tuttlingen nach Freiburg

    Etappe 3 – Tuttlingen nach Freiburg

    Gestern Abend kam noch eine Gruppe E-Mountainbiker in meinem Alter unter meinem Zimmerfenster an. Das lief so (schwäbischen Dialekt mitdenken): EH, SUPPA, ACHIM (beliebige weiter Namen einsetzen), Schulterklopfen EEEEH SAUGEIL, Abklatschen, EEEH SIND DI BESCHTEN, EEH, JETSCH A BIER… und ehe ich’s mich versah waren Bierbänke und Bier organisiert. Gut, dass ich zum Restaurant aufbrechen wollte. Der Hotelier wies mich bei meiner Platzwahl dann auch auf mehrere reservierte Tische einer sehr „lebhaften“ Gruppe hin.

    Heute früh ging’s mir deutlich besser. Beim ersten Aufwachen war der Himmel bedeckt, das Wetter soweit OK. Gegen 7 dann das:

    Regenprassel mit Windböen. Zugverbindungen in die Etappenrichtung gecheckt, dann erst WetterApp. Regen würde nachlassen, also erstmal frühes Frühstück ohne viel Appetit, aber muss, sonst zu wenig Energie. Beim Aufbruch noch leichter Regen, also Gamaschen und Regenjacke genutzt, zum Reinkommen war das kühle Wetter perfekt. In Tuttlingen wird das Kennzeichen TUT benutzt. Leider kein Fahrzeug mit -UT gesehen. Nach 15 km kurze Umzieh- und Verfahrpause, dann weiter nach Donaueschingen. Was ich gestern vom Zug aus gesehen hatte durfe ich nun selber durchfahren.

    Radln lief gut, weiter durch schöne Landschaft.

    Weiterer Stopp nach einem knackigen Anstieg um mich erneut umzuziehen.

    Bis dahin war meine komplette Oberbekleidung durchgeschwitzt. Und jetzt begann erst der steilere Teil der Etappe. Die nächsten 27 km hatten es in sich, da bin ich auch nur einen Schnitt von gut 13 km/h gefahren. Nach 2 km machbarem Anstieg auf der Straße ging es 8 km fast schnurgerade durch den Wald.

    Jetzt nicht supersteil, aber kontinuierlich ohne irgendwie Tempo machen zu können. Wenn mich Wanderer (insgesamt nur 2 gesehen) überholt hätten – ich wäre nicht verwundert gewesen. Das Gute: es war schattig und kühl. Danach wieder über Asphalt und Straße. An einer der Steigungen musste ich dann passen und habe geschoben. (Nein, ich muss nicht jede Steigung mit Gewalt nehmen.) Gelernt: wenn das Navi eine dunkelorange Steigung anzeigt wird’s eng. Dann wieder durch den Wald auf einer offiziellen (!) Radroute.

    Das war ein besserer Feldweg mit losem Geröll! Da fahre ich maximal mit einem Fully (und auch das ohne Spaß). Also wieder geschoben, zum Glück nicht zu steil. Und kurz darauf stand ich vor einem Tal:

    Gleichmal eine längere Pause eingelegt.

    Versucht, die Klamotten ein wenig zu trocknen. Ab jetzt nur noch wenige kleine Anstiege, im Prinzip bin ich die letzten 25 km bergab gefahren (toll!). Mangels Zeitung den Windbreaker unters Trikot gesteckt, da Anfangs weiterhin kühl.

    Eine der grandiosen Abfahrten.

    Nicht so toll: ein paar Kilometer der offiziellen Radroute auf viel befahrener Landstraße.

    Je näher ich Freiburg kam, desto wärmer wurde es, aber nicht heiß. In Freiburg großes Radlnetz und viele Radfahrer.

    (Radfahrer nicht im Bild)

    Kurz vor 16 Uhr im Hotel angekommen. 108 km mit 860 Höhenmetern in ca. 7 Stunden mit Pausen. Das hatte ich etwas anderes erwartet. Mit dehen, runterkommen (natürlich Tour de France gucken und das bittere Ende von Vingegaards Siegträumen mitbekommen), Duschen und Familientelefonat war’s auch schon Zeit zum Abendessen.

    Jetzt bin ich die Standardsuppen weitgehend durch, Kraftbrühe mit Fadennudeln. Danach Forelle Müllerinnen Art. Sehr lecker.

    Ich bin wirklich froh wie der heutige Tag gelaufen ist. Seit Freitag Abend hatte ich die Befürchtung, dass meine Reise frühzeitig endet. Jetzt bin ich bereit, die erste Etappe nach Frankreich anzugehen.

    Und noch eine Erklärung zu den Gründen, warum die ersten beiden geplanten Etappen gar so lang waren:
    Eigentlich sollte die erste Etappe in Günzburg enden. Für die Etappe nach Günzburg habe ich aber einfach keine Unterkunft gefunden, die innerhalb einer für mich machbaren Entfernung gewesenen wäre. Beim nächsten mal würde ich dann gleich eine Teiletappe mit dem Zug einplanen (Memo an mein zukünftiges ich).

  • Etappe 2 – Elchingen nach Tuttlingen

    Etappe 2 – Elchingen nach Tuttlingen

    Diese Etappe sollte noch länger als gestern werden: 133 km standen an. Nach einer miesen Nacht und erhöhter Temperatur bin ich davon ca. 20 geradelt. Ich hatte mir fest vorgenommen, die Reise nicht auf-Teufel-komm-raus durchzuprügeln. Und schon am zweiten Tag konnte ich auch dieses Vorhaben umsetzen.

    Die ersten 12 Kilometer nach Ulm gingen zunächst an der Landstraße und dann an der Donau entlang.

    Den mittlerweile zweithöchsten Kirchturm der Welt habe ich tatsächlich schon kurz nach dem Aufbruch in Elchingen gesehen.

    Im Zug von Ulm nach Tuttlingen durch eine wunderbare Landschaft gefahren. Sattes Grün, Felsformationen, die ungewohnt immer schmaler werdende Donau.

    Kunst im öffentlichen Raum im Vordergrund – wahrscheinlich aber Bahn Infrastruktur. Wer weiß, was das genau ist, gerne in die Kommentare. So saftig sah es die ganze Zeit aus. Sonne, Wolken und Regen wechselten sich munter ab, auf halber Strecke stieg ein druchnässter Gravelbiker zu. Bin direkt über meinen Schatten gesprungen und begann Smalltalk von Biker zu Biker, der Kollege ist aber nicht so recht eingestiegen. Sorge bereitet mir, dass die Sonnenstrahlen die mich durchs Fenster trafen an Stirn und Nacken direkt Hitzeschübe hervorriefen.

    In Tuttlingen angekommen leichter Regen, sodass ich meine Ausrüstung auch gleich (erfolgreich) ausprobieren konnte (Gamaschen mangels Schlangenmenschen-Eigenschaften nicht im Bild).

    Nach 8 km im Hotel zur Mittagszeit eingecheckt. Snack eingenommen, wirklich hungrig war ich nicht. Die Restaurants hier starten um 17 Uhr, das passt. Nach Siesta schönes Telefonat mit Barbara und dem Erstgeborenen. Letzterer übrigens Verantwortlich für das Layout des Blogs.

    Zum Abendessen Maultaschensuppe und Schwarzwälder Cordon Bleu, lecker und sättigend. Währenddessen Dateiupload der unterwegs gemachten Filme. So mies das WLAN auf dem Zimmer war, so flott hat es im Restaurant funktioniert. Für mich neu: in denrsten beiden Hotels jeweils WLAN ohne Passwort, heute wurde ich noch nicht mal darauf hingewiesen.

  • Etappe 1 – Etting nach Elchingen

    Etappe 1 – Etting nach Elchingen

    Der Morgen war geprägt von Nervosität. Frühstücken, über Blog informieren, Fahrrad bestücken, Daten erheben: mit 86,8 kg Eigen- und 124,1 kg Gesamtgewicht (Puh) ging’s kurz nach 9 los. Endlich. Die ersten Meter auf dem Rad fühlten sich richtig gut an, es war nicht zu warm und ich bin gleich richtig ins Rollen gekommen.

    Himmel vor der Staustufe Bergheim

    Nach Neuburg riss der Himmel endgültig auf, es wurde wärmer.

    Lustiger Mittelstreifen unterwegs, der zog sich noch eine Weile so hin. Meine Vermutung: dahinter steckt irgendwas bei der Straßenmeisterei mit „des traust du di ned!“

    Bei der ersten Pause nach ca. 60 km das Langarmshirt ausgezogen, dafür Sonnenschutz angelegt:

    Um Kilometer 80 wurde es zäh, gefühlt die ganze Zeit Gegenwind, die zweite Pause war dringend nötig.

    Ein paar Minuten danach glücklicherweise noch einen Supermarkt passiert und kühle Getränke besorgt. Allmählich zog der Himmel wieder zu.

    Noch ca. 20 km bis zum Zielort.

    Danach hat der Akku der DJI aufgegeben. Ich hätte öfter ausschalten sollen, gelernt für morgen. Von Günzburg ging es an der Donau entlang und durch den Wald nach Elchingen, ganz leichter Regen setzte ein. So wenig, dass Regenklamotten unnötig waren und ich abgekühlt wurde. Und so ein toller Duft von Regen, der auf warmen Boden tröpfelt. Kurz von 16 Uhr, nach sechseinhalb Stunden, 2 Pausen, 127,3 km und 433 Höhenmetern angekommen. Eingecheckt, gedehnt und Tour de France geguckt, Proviant für morgen besorgt und lecker Essen gewesen

    Als Vorspeise gabs Flädlesuppe, als Nachspeise das:

    Jetzt bin ich pappsatt, ziemlich erledigt und habe ein wenig Bammel vor der morgigen Etappe, die aus Gründen noch etwas länger wird. Werde sehr zeitig ins Bett gehen (jetzt) um morgen um 7 beim Frühstück zu sein und so früh wie möglich aufzubrechen.

  • Noch einmal schlafen. Letzte Aufgaben und Packen

    Beim Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen erstmal gestutzt:

    Diese Art von Nebel kommt normalerweise erst Ende der Sommerferien auf. Temperaturen trotzdem eher warm, im Laufe des Vormittags auch gleich wieder Sonne. Temperaturaussichten für die ersten drei Tourtage moderat.

    Im Büro durchaus Emsigkeit, wodurch die Zeit schnell verflog und gar keine Zeit blieb, um mich um irgendetwas bezüglich der Reise zu sorgen. Viele Lösungen erarbeitet, tolle Kolleg_innen. Nach Feierabend dann endlich gepackt. Hier ein paar Impressionen:

    Gedöns, das ich morgen anziehen werde und die Tasche, die ich den Jungs mitgebe.
    Medikamente und Waschzeug kommen in Zipbeutel und dann in eine der Gepäcktaschen hinten.
    Zeug für ans Fahrrad, Kabelei in Zippbeutel und dann Tasche, etwas Proviant.
    Die beiden Taschen für die Gabel, bereits befüllt, wiegen jeweils ca. 1,4 kg.
    Die gepackten Taschen für hinten. Die zugekauften Schlösser von Ortlieb funktionieren wunderbar, noch Platz für den Proviant übrig. Gewicht mit Proviant: jeweils ca. 4,5 kg.

    Zum Abendessen bei meinen Eltern gewesen, schöner Abschied. Und jetzt bin ich erfreulicherweise soweit, dass morgen früh nicht mehr viel ansteht und ich mich bettfertig machen kann. Nach dem Frühstück werde ich noch den Whatsappstatus mit einem Hinweis hierher bestücken, Gepäck und Technik anbringen und bis ca. 10 Uhr auf dem Weg sein.

  • Noch 2 mal schlafen. Planung

    Auf den letzten Drücker doch noch ein paar zusätzliche Aufgaben im Büro, das meiste konnte ich klären, Rest kommt morgen. Info über Abwesenheit verteilt. Proviant für den Freitag besorgt (Traubenzucker, Wasser, Zitronen), unterwegs hatte ich bisher kaum Hunger und bin mit den Getränken gut zurecht gekommen. Kann sich natürlich jederzeit ändern, dann passe ich mich an. Später noch Basketball-Dinge zu erledigen. Wetteraussichten temperaturmäßig soweit fein, die angekündigten Gewitter am Vormittag wären jetzt nicht so knorke.

    Planung

    Wie bin ich vorgegangen? Um zum Start der Vorbereitung überhaupt einen Eindruck zu bekommen, was mir da streckentechnisch bevorsteht, habe ich im November ’25 die Endpunkte im Bikerouter eingegeben. Raus kamen knapp 2.000 km. Dann eine erste Etappenplanung in komoot und das ganze liegen lassen. Drei Wochen mit täglich ca. 100 km und vielleicht noch 1-2 Ruhetagen fühlten sich für mich machbar an. Darauf basierend Training und Equipment geplant, die konkrete Routenplanung zur Seite gelegt. So richtig habe mich dann erst wieder im Juni damit außeinandergesetzt und die Etappen komplett über komoot geplant. Die Strecke vom November ging über Bodensee und dann weiter durch die Schweiz, wies aber deutlich mehr Höhenmeter auf als der komoot-Vorschlag vom Juni. Mit der Basis dann weitergearbeitet:

    Was ich mit Komoot und dem Garmin bei den Trainings und der Tour nach Würzburg gelernt habe:
    – wenn ich komoot eine Gravelbiketour planen lasse, bekomme ich Graveluntergrund, auch wenn möglicherweise direkt daneben ein schöner, geteerter Radweg verläuft. Also: Fahrradtour ausgewählt
    – wenn ich mich nicht auf die Anweisungen des Garmin konzentriere sondern alternativ grünen Radweg-Pfeilen folge und dann auch noch über das Smartphone googlemaps bemühe, verfahre ich mich. Als ich die erste Etappe Richtung Günzburg auf diese Weise navigierte hatte das zum Effekt, dass ich zwar die geplanten 114 km gefahren, aber nicht in Günzburg angekommen bin.

    Zur Übernachtung möchte ich in Hotels mit Frühstück unterkommen, damit hatte ich zusammen mit der Gesamtstrecke die Eckdaten für die weitere Planung. Mit dem Vorgänger der abgebildeten Tour ging’s dann weiter. Der Etappenplaner von komoot hat schöne Einzeletappen fabriziert, die endeten aber meist nicht an Orten mit Übernachtungsmöglichkeit (wahrscheinlich habe ich eine Einstellung übersehen). Auch egal, die Aufteilung mit 100 km Etappen war eh nicht möglich mangels eben Hotel. Des weiteren schreckte ich vor mindestens einer Etappe in Spanien zurück, bei der mir 2.300 Höhenmeter angezeigt wurden und ich in der Detailansicht gut diese dünnen Höhenlinien erkennen konnte, die bei um die 1.200 m anfingen und fast bei 1.900 m endeten. Laut Karte gabe es auf den 100 km Aussichtspunkte, Wetterhütten und sonst eigentlich nix. Also außenrum geplant und eine Etappe drangehängt, so komme ich auch durch Burgos. Da bin ich sonst immer nur mit dem Auto vorbei. Auch das mit den Ruhetagen hat nicht geklappt, ich habe aber einige Etappen dabei mit weniger als 70 km.

    Eine Unterkunft ist direkt am Atlantik, wenn alles klappt werde ich erstmals in Spanien in einem Parador nächtigen. Längste Einzeletappe geht über 133 km, die meisten Höhenmeter an einem Tag habe ich in Spanien mit 1.400 m, wo es insgesamt hügeliger wird. Mit der Trainingstour vom Samstag (60 km, 680 Höhenmeter) habe ich eine groben Richtwert, fühle mich weitgehend gewappnet.