Etappe 15 – Castillon-la-Bataille nach Ychoux


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Rückblick: das Fahrrad

Da hätte ich diese Tage echt Glück mit dem Wetter gehabt: ca. 22 Grad bei der Abfahrt und 27 Grad bei der Ankunft. Vor zwei Wochen war die Langzeitwetterprogose noch deutlich heißer. Auf der Strecke von 123 Kilometern wären 490 Höhenmeter zu bewältigen gewesen, überwiegend innerhalb der ersten 40 Kilometer. Interessant für mich: viel mehr als 100 Meter über dem Meeresspiegel wäre ich dabei gar nicht gekommen. Den Bildern in komoot nach zu schließen weiterhin tolle Radwege, viel durch den Wald, fast die Hälfte durch den Parc Naturel des Landes de Gascogne. Man, das wäre echt toll gewesen, da lang zu radeln.
Lt. Karte führt ein Teil der Strecke, von Hostens aus, wie mit dem Lineal gezogen nach Westen. Das ging mir ja schon von der deutsch-französischen Grenze nach Mulhouse so, dass im Wald wohl keine Kurven in die Wege eingebaut werden, auch, wenn’s nicht an einem Kanal entlang geht. Offizielle Radrouten-Bezeichnung auch hier nicht für mich erkennbar. Ein Waldbrand ist lt. Satelittenbilder nicht weit entfernt bei Biscarrosse, keine Ahnung, ob mich das daran gehindert hätte, den heutigen Zielort zu erreichen.
Hotel diesmal mit zwei Sternen und mit Restaurant. Da war ich bei der Planung wieder in der Not, innerhalb eines akzeptablen Radius nichts anderes auf Anhieb zu finden. Memo an mein zukünftiges Ich: beim nächsten mal für sowas mehr Zeit nehmen.

Nach dem Aufstehen logopädische Übungen gemacht. Eigentlich krächze ich seit zwei Wochen nur noch rum, wird allmählich besser.
Heute Orthopädie-Termin wegen Handgelenken und Unterarmen. Ob mir nicht der Gedanke gekommen sei, dass ich die entsprechenden Körperteile durch meine Aktivitäten überlastet habe? Ja klar! Drum wollte ich ja wissen, wie arg es ist. Scheint nichts strukturell im Eimer zu sein, Ruhe täte wohl gut. Wobei ich direkt die Freigabe für’s Rollentraining bekommen habe, das geht ja nicht so auf die Handgelenke (Bingo!). Darüberhinaus die Empfehlung, eine Woche lang z.B. Ibu zu nehmen und mich physiotherapeuthisch behandeln zu lassen. Mach‘ ich! Wenn keine Besserung -> Neurolog_in aufsuchen.

Zum verspäteten Frühstück Patisserie-Ersatz.

Nach kleiner Shopping-Tour den Wunsch nach Entrecôte erfüllt:

Super lecker, hätte ich unterwegs in Frankreich ganz sicher irgendwo probiert.

Das Fahrrad

Ein Bulls Daily Grinder 3. Generell: wie bei den Vorbereitungen schon mal beschrieben, sehr zufrieden (trotz Handgelenks-Aua).

Die Schaltung ist eine Shimano GRX 12-Gang-Schaltung. Ich finde es angenehm, die Gänge nur mit einer Hand wechseln zu müssen, eine Schaltung für das vordere Kettenblatt habe ich nicht vermisst. Bei schnelleren Trainingsfahrten hatte ich das Gefühl, mir fehlt noch ein hoher Gang. Als ich anfing, mit Gepäck zu trainieren wurde schnelle klar, dass die Spreizung ziemlich gut ist und ich eher die kleinen Gänge für die knackigen Anstiege benötige. Die Original-Kette und Ritzel sind noch drauf, nur zwischendurch Gangseil nachstellen war notwendig.
Veränderungen im Bild: die einseitigen Klick-Pedale. Zwar habe ich selten auch mal gezogen, fühlte sich für mich mit Klick aber besser an als ohne.
Zwei Standard-Flaschenhalter, völlig ausreichend und gut bedienbar.
Reflektoren in den Speichen, damit man mich besser sehen kann. Die Serien-Reifen waren Schwalbe G-ONE Comp, die mich die ersten 1.400 Trainingskilometer einwandfrei und plattenlos begleitet haben. Mir gefiel vor allem, dass das Profil nicht sehr grob ist. Dadurch rollte der Reifen recht geräusch- und reibungslos ab. Zur Tour habe ich mich dann für die „PLUS“ Variante entschieden. Noch besserer Pannenschutz und ein zusätzlicher Rundumreflekorstreifen.
Der serienmäßige Gepäckträger hat die verwendeten Ortlieb-Taschen gut aufgenommen, das Rücklicht wird per Nabendynamo betrieben und hat eine Standlichtfunktion.
Den Sattel hatte ich getauscht und einen, auf meinen Sitzknochen abgestimmten Gravel-Sattel von SQlab genommen. Auch wenn ich bei der siebten Etappe Schmerzen links bekam, auf dem Rad ging’s so gut wie ich das bei noch keinem Sattel davor erlebt habe.

Die Gabel ist das einzige Element aus Carbon, der Rest Aluminium. Gesamtgewicht: Serie 13,9 Kg, zulässiges Gesamtgewicht 135 kg.
Im Bild an der Gabel die Aufnahme für die vorderen Taschen, ebenfalls von Ortlieb. Fassen 6 Liter, gäbe es auch größer.
Die Bremsen haben gut zugegriffen und mussten beim Service vor Tour-Beginn in keinster Weise erneuert werden.
Scheinwerfer ist nicht original, hier wurde mir einer mit 100 Lux (statt Serie 70) nachgerüstet. Hatte bzw. habe ich immer an.
Beim Ventil des Schlauchs wurde mir empfohlen, auf das Schwalbe Clik Valve umzusteigen. Das hat sich tatsächlich bewährt: zwar benötigt man einen kleinen Pumpenadapter, der ist aber sehr selten im Einsatz. Ich habe nicht einmal nachgepumpt.
Am Lenker wurde beim Service ein dickeres Lenkerband montiert und in der Mitte Pads darunter untergebracht. Fühlte sich für mich besser an.
Den Trithlon-Lenker habe ich auf Empfehlung als einziges Teil nicht beim Fahrradgeschäft gekauft, sondern bei decathlon. Hat sich für mich bewährt.
Was man noch im Bild erkennen kann: die Position des Fahrradnavis (weiß) und die Kamera, die unterhalb des Triathlon-Lenkers hängt. Beides gut handelbar.

Wer zum Thema Fahrrad für die Langstrecke Erfahrungen einbringen möchte, gerne einen Kommentar schreiben.

Kommentare

Bitte seid hier nett zu zueinander und zu mir. Auf dem Weg nach Spanien möchte ich gern positive Erlebnisse haben, wenn ich in die Kommentare schaue.

2 Kommentare zu „Etappe 15 – Castillon-la-Bataille nach Ychoux“

  1. Avatar von Kaltmamsell

    Ich hätte bittegerne auch eine Review der Ortsnamen. (Ychoux?!)

  2. Avatar von Wischmop
    Wischmop

    Beim Rollentrainer hast du ein anderes Fahrrad, vielleicht war bei der Tour das Handgelenk anders abgewinkelt, also eine andere und vielleicht nicht so optimale Haltung?

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